

Die 9 Spielregeln für Fairplay Franchising
Was ist Franchising wirklich? Eine Stellungsklärung
Macht sinnliche Kommunikation Sinn?
Die Mär vom ultimativen Franchise-Handbuch
Qualitätsstandards im Franchising: Bevormundung oder Existenzsicherung?
Internetvertrieb im Rahmen des Franchisesystems
Franchising für einen perfekten Start in fremden Märkten
Franchise-Kommunikation mit System
Professionelles Personalmanagement für Franchise-Systeme
Wie bleibt ein Franchise-System dynamisch?
Das Franchise-Handbuch: standardisieren, dokumentieren, erfolgreich multiplizieren
Controlling: Kontrolle versus Steuerung im Franchising
Von Kundenservices und anderen Katastrophen
(Thomas Matla - Bellone FRANCHISE CONSULTING GmbH)
Erinnern Sie sich noch an die FranchisePORTAL-Ausgabe vom 11.10.2009? Die Headline lautete: „Franchise-Gastronom McDonald`s eröffnet im Louvre. McDonald´s wird im November im Pariser Louvre ein neues Restaurant eröffnen.“ Der Louvre sei mit rund acht Millionen Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Museum der Welt.
Ein ungleiches Paar, dachten Sie vielleicht. Hier eine weltweit
erfolgreiche und bewunderte amerikanischer Franchise-Marke aus der
System-Gastronomie, dort eine hoch angesehene französische Kulturinstitution mit
Bildungsanspruch.
Louvre als internationales "Outlet"
Ungleich vielleicht, aber aus einem ganz anderen Grund. Denn die Marke
„Louvre“ verfügt bisher kaum über „Outlets“, schon gar nicht international. Da
ist der „Pilotbetrieb“, der Louvre in Paris, wenn auch mit ausgesprochen
umfangreichen, tiefen und langen Erfahrungen (seit 1793). Zusätzlich eröffnete
der Louvre Lens, ebenfalls in Frankreich, in der Region Nord-Pas-de-
Calais.
Als erstes internationales „Outlet“ kommt der Louvre Abu Dhabi, in den
Vereinigten Arabischen Emiraten, hinzu. Macht drei Standorte in zwei
Ländern.
Damit ist der Louvre im Bereich Kulturfranchising und Licensing unter den
internationalen World Class Museen schon recht gut unterwegs. Andere haben
weniger Niederlassungen, wie das Centre Pompidou (2 in Paris und Metz), das
Museum of Modern Art (2), die Dia Art Foundation (2) und das Museum of
Contemporary Art San Diego (2). Überholt wurde der Louvre bereits von der Tate
Gallery London, mit insgesamt vier Standorten (2 x London, 1 x Liverpool, 1 x
St. Ives/ Cornwall).
Der Erfolg des Guggenheim
Museums
Absolutes amerikanisches Schwergewicht unter den internationalen First
Class Museen, mit den meisten Standorten, ist der aktivste Kulturfranchiser Nr.
1, das Guggenheim Museum. Erfinder, bzw. erster Nutzer dieser für die
Kulturlandschaft neuen Marktwachstums- und Marktdurchdringungsstrategie ist
Thomas Krens. Dieser trat 1988 als Direktor der Solomon R. Guggenheim Foundation
in deren Dienst ein und übernahm die Verantwortung sowohl für das zentrale
Guggenheim Museum in New York, als auch für die Guggenheim Niederlassung in
Venedig.
Die wenigen, das Wachstum limitierenden Museums-Standorte und die
Ausgabenkürzungen für Kultur durch den Staat, bedeuteten für Thomas Krenzjedoch
sehr schnell eins: Kulturunternehmen müssen sich zukünftig konsequent wie
Wirtschaftsunternehmen organisieren und verhalten sowie deren Erfolgsstrategien
nutzen, nämlich Profilierung durch Markenaufbau und Wachstum durch
Franchising.
Ab 1988 wurde Guggenheim Venedig „franchiseartig“ geführt. 1997 das
Guggenheim Bilbao in Spanien eröffnet, sowie die Deutsche Guggenheim in Berlin,
in Kooperation mit der Deutschen Bank. Das Guggenheim Soho in New York bestand
von 1992 – 2001, das Guggenheim Hermitage in Petersburg existiert seit 2001, das
Guggenheim Las Vegas von 2001 – 2003. Gespräche und Verhandlungen zur Eröffnung
von weiteren Guggenheimstandorten laufen seither ständig, u.a. in Abu Dhabi,
Beijin, Guadalajara, Hong Kong, Moskau, Rio de Janeiro, Singapur, Sydney und
Tokyo.
Dabei sollte man immer im Kopf behalten, dass eine Eröffnung einer
McDonald`s Niederlassung ca. € 1 Mio. kostet, die eines Guggenheim Museums
zwischen $ 300 – 500 Mio.
Kritik trotz Erfolg
Dass Franchising auch im Kulturbereich erfolgreich realisiert werden
kann, zeigt das Beispiel Guggenheim anschaulich. Welche Schwierigkeiten in
diesem absoluten High-End-Kulturbereich dabei noch immer bestehen, zeigen die
jahrelangen Diskussionen und Anfeindungen in der Presse und aus dem
Kulturbetrieb sowie das Beispiel Peter Lewis. Der ehemaliger Chairman und
finanzielle Unterstützer der Guggenheim Foundation trat aufgrund der
Franchiseausrichtung nach langen Diskussionen mit Thomas Krens über diese Form
der Wachstumsstrategie zurück.
©copyright 30.08.10
Kontakt:
Thomas Matla
tm@bellone-franchise.com;
www.bellone-franchise.com; Bellone FRANCHISE
CONSULTING GmbH, Poststrasse 24/ Postfach 1355, CH-6300 Zug, Tel. 0041 41 712 22
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