Franchise-Definitionen im Franchise-Glossar


Was bedeutet Franchise?

Franchise ist eine international anerkannte Kooperationsform zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmen zum Zwecke der gemeinsamen wirtschaftlichen Expansion. Der Franchisegeber räumt dem Franchisenehmer gegen Entgelt bestimmte Rechte ein, die ihm den Vertrieb von Waren und Dienstleistungen gemäß einheitlicher Standards erlauben. Aus der Partnerschaft ergeben sich vielfältige Synergien, die u.a. der Optimierung von Schlagkraft, Marktabdeckung und Kundenbindung dienen.


Wo kommt Franchising zum Einsatz?

Der Begriff Franchise wird in verschiedenen Bereichen verwendet. Außer im Zusammenhang mit Franchise-Systemen, bei der er eine meist kommerzielle Methode zur Multiplikation eines Geschäftskonzepts bzw. eine Vertriebsform bezeichnet, wird der Begriff Franchise auch im Sport, in den Medien und in der Versicherungswirtschaft verwendet. Im folgenden werden verschiedene Definitionen des Begriffes Franchise vorgestellt, vor allem in Bezug auf die Kooperationsform 'Franchising'.


Übersicht der verschiedenen Bedeutungen von Franchise

  • Eine Kooperationsform bzw. Methode zur Multiplikation eines Geschäftskonzeptes. Die Methode wird analog auch im sozialen Bereich als Social Franchising zur Multiplikation von Non-Profit-Konzepten und -Projekten angewendet.
  • In den Medien bezieht sich der Begriff Franchise auf ein geistiges Eigentum bzw. mediale Werke, deren Kernelemente (z. B. Namen, Figuren, die Basis-Story) durch den Verkauf von Lizenzen zur Nutzung in anderen Bereichen freigegeben werden. Oft findet dies als Merchandising statt, wenn zum Beispiel Figuren aus bekannten Filmen oder Büchern als Spielzeugfiguren verkauft oder T-Shirts mit entsprechenden Motiven bedruckt werden.
  • Franchise im Sport bezeichnet vor allem in Nordamerika eine einer Liga zugehörige kommerzielle Mannschaft im Profisport. Der Hintergrund: Die Mannschaften sind Lizenz-Nehmer der jeweiligen Liga. Sie können also inklusive aller Vermarktungsrechte ge- und verkauft werden.
  • Im Versicherungswesen bezeichnet Franchise die Selbstbeteiligung in einem Versicherungsfall.

 

Begriffsherkunft

Das Wort „Franchise“ stammt laut Duden aus dem Französischen und bedeutet ursprünglich Freiheit (von Abgaben).

Weitere Informationen zur Bedeutung des Franchising und wichtiger Franchise-Begriffe finden Sie im Franchise-Glossar unter Franchising. Wir empfehlen außerdem als Erstinformation unser kurzes, anschauliches Video "Wie funktioniert Franchising?".


Franchise-Definition des Deutschen Franchiseverbands e.V. (Auszug)

Der DFV definiert die Begriffe Franchise bzw. Franchising zunächst mit dem Satz: „Franchising ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung.“

In der Regel liegt der Partnerschaft ein vertraglich geregeltes Verhältnis zugrunde, bei dem „ein Unternehmen, das als so genannter Franchisegeber auftritt, seinen Partnern (den Franchisenehmern) das Recht einräumt, mit seinen Produkten oder Dienstleistungen unter seinem Namen ein Geschäft zu betreiben“.
Der Franchise-Nehmer (Synonym: Franchise-Partner) eröffnet also seinen eigenständigen Betrieb auf Basis des vom Franchisegeber erstellten „unternehmerischen Gesamtkonzepts“. Jeder Franchisenehmer operiert also eigenverantwortlich als „rechtlich selbstständiger“ Unternehmer. Der Franchise-Geber erhält für die bereit gestellten Rechte und Leistungen Eintritts- bzw. Franchisegebühren vom Franchise-Nehmer. Mit diesem Gebühren werden nicht nur die Nutzungsrechte am Geschäftskonzept, dem Unternehmensnamen und der Marke abgegolten, sondern auch weitere Unterstützungsleistungen des Franchise-Gebers: zum Beispiel beim Marketing, bei der Organisation, Fragen der Aus- und Weiterbildung oder auch der Buchhaltung.

Nach Einschätzung des DFV werden durch die Franchise-Partnerschaft die „Vorteile des direkten Vertriebsweges (z.B. einheitlicher Markenauftritt und direkte Marktnähe) mit den Vorteilen des indirekten Vertriebes (z.B. das überdurchschnittliche Engagement von rechtlich selbstständigen Vertriebspartnern, den Franchisenehmern)“ vereint.

Detailliertere Regelungen und Definitionen zur Ausgestaltung von Franchise-Verträge bzw. -Partnerschaften sind im Ethikkodex des DFV bzw. der European Franchise-Federation (EFF) formuliert. Franchise-Systeme, die Mitglied im DFV sind, verpflichten sich, nach diesem Kodex zu handeln.

Quelle: Deutscher Franchiseverband

Franchise-Definition der deutschen Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia (Auszug)

Die deutsche Ausgabe von Wikipedia erklärt den Begriff Franchise bzw. Franchising (auch: Konzessionsverkauf) als „eine Mischung aus indirektem Verkauf und direktem Verkauf. Beim Franchising stellt ein Franchisegeber einem Franchisenehmer die (regionale) Nutzung eines Geschäftskonzeptes gegen Entgelt zur Verfügung.“ Oftmals seien dabei die Nutzungsrechte an Marken, Warenmustern oder Geschmacksmustern neben der Vermittlung von Know-how ein wichtiger Bestandteil der Franchisegeberleistungen.

Quelle: Wikipedia

Franchise-Definition der European Franchise Federation EFF (Auszug)

Die EFF definiert den Begriff Franchise im Rahmen ihres Ethikkodex wie folgt: “Franchising is a system of marketing goods and/or services and/or technology, which is based upon a close and ongoing collaboration between legally and financially separate and independent undertakings, the Franchisor and its individual Franchisees, whereby the Franchisor grants its individual Franchisee the right, and imposes the obligation, to conduct a business in accordance with the Franchisor's concept.
The right entitles and compels the individual Franchisee, in exchange for a direct or indirect financial consideration, to use the Franchisor's trade name, and/or trade mark and /or service mark, know-how, business and technical methods, procedural system, and other industrial and /or intellectual property rights, supported by continuing provision of commercial and technical assistance, within the framework and for the term of a written franchise agreement, concluded between parties for this purpose.”
 
Laut EFF müssen Franchise-Geschäftskonzepte ( “business format franchise”) unbedingt folgende fünf Kernelemente umfassen:

  1. Einen Markennamen, der als übergeordnetes Kennzeichen des Netzwerks dient
  2. Eine Lizenz, die dem Franchise-Nehmer garantiert, die Marke nutzen zu dürfen.
  3. Ein Geschäftskonzept, das in ein duplizierbares Format gebracht wurde und auf erprobtem Know-how des Franchise-Gebers basiert sowie fortlaufende Unterstützungsleistungen des Franchise-Gebers während der gesamten Laufzeit des Franchise-Vertrags.
  4. Die Zahlung einer finanziellen Gegenleistung durch den Franchise-Nehmer in direkter (Gebühren) und/oder indirekter (z. B. Aufschlag auf gelieferten Waren) Form.
  5. Die Investition in den eigenen Franchise-Betrieb durch den Franchise-Nehmer sowie die Eigentümerschaft an den dadurch geschaffenen Vermögenswerten.

Quelle: eff-franchise.com 


Definitionen des Begriffs Franchise in den Bereichen Medien, Sport und Versicherungswesen

Franchise – Begriffsdefinition für den Bereich Medien

Auch im Bereich Medien wird der Begriff Franchise verwendet. Im Folgenden ein Auszug der deutschen Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia zum Begriff 'Franchise (Medien)':

„Franchisesysteme im Medienkontext sind eine Form der Lizenzierung von Marken und anderen Immaterialgütern an einem medialen Werk (Franchising), die über den ursprünglichen Autor, dessen Verleger, den Entstehungskontext und die ursprüngliche Medienform hinausreichen. […]
Erfolgreiche mediale Werke – wie Bücher, Filme oder auch Computerspiele – enthalten häufig über den ursprünglichen Kontext hinaus verwertbare Inhalte. Autor oder Verlag können […] Rechte an andere Verwerter lizenzieren, die bildliche Darstellungen oder beispielsweise Spielfiguren verkaufen, Handlungsstränge in neuen Büchern oder Filmen fortsetzen oder Computer- oder auch Brettspiele entwerfen, die auf der Vorlage basieren. […]"

Quelle: Wikipedia

Franchise – Begriffsdefinition für den Bereich Sport

Auch im Bereich Sport wird der Begriff Franchise verwendet. Im Folgenden ein Auszug der deutschen Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia zum Begriff „Franchise (Sport)“:

„Franchising im Sport ist eine Organisationsform von Sportwettkämpfen als gewerbliches Unternehmen. Der Kern des Modells ist die Lizenzierung von Marken zusammen mit der Teilnahme an einer Sportliga durch ein beherrschendes Unternehmen durch einen Franchising-Vertrag. Sport-Franchises finden vor allem in den nordamerikanischen Sportligen statt. Teilnehmer der Liga sind die Lizenznehmer, bei denen es sich selbst um gewerbliche Unternehmen handelt. […] Die Teams der Lizenzinhaber werden Franchises genannt und können zusammen mit den Lizenzen ge- und verkauft werden, so dass die Teams Eigentümer, Standort, Name, Logo, Maskottchen und alle anderen Eigenschaften wechseln können. […]“

Quelle: Wikipedia

Franchise – Begriffsdefinition für den Bereich Versicherung

Im Bereich Versicherung wird der Begriff Franchise verwendet. Hier wird er weitgehend synonym für Begriffe wie Selbstbeteiligung, Eigenanteil oder Selbstbehalt verwendet. Unter Franchise „versteht man im Versicherungswesen den Anteil, den der Versicherungsnehmer im Versicherungsfall selbst zu tragen hat.“

Quelle: Wikipedia


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