Gründerfinanzierung: Unternehmertypen erkennen und fördern

Stephan Neuschulten ist Unternehmensberater und Finanzierungsexperte für Franchise-Gründungen. Im Video-Interview stellt er sich den Fragen seiner Branchenkollegen von „Unternehmen Selbstständigkeit – Die FranchiseMacher“. Beide Firmen kooperieren eng mit FranchisePORTAL und haben uns dieses Video zur Verfügung gestellt.

Die Neuschulten Unternehmensberatung bildet ein Trio mit ihm quasi als Mister Franchise. Dies nennt Stephan Neuschulten in dem Interview nicht wortwörtlich so, doch es wird aus seinen Erläuterungen deutlich. Während sich die beiden anderen Berater um Einzel-Gründungen mit neuen Geschäftsideen kümmern, hat sich Stephan Neuschulten ausschließlich auf die Franchise-Beratung spezialisiert.

Seit über 15 Jahren betreut Stephan Neuschulten Franchise-NehmerInnen, die sich an ihn wenden, bei der Finanzierung. Zu seiner Klientel gehören aber ebenso die Franchise-Geber, die ihre Partner in spe zu seiner Beratung schicken. Er unterstützt sie bei der Erstellung des Businessplanes und begleitet sie bei den Finanzierungs-Verhandlungen.

Die größte Herausforderung sieht der Franchise-Berater darin, die Finanzierung sicherzustellen. Doch schon vorab versucht er zu erkennen, ob der Existenzgründer die elementaren Voraussetzungen zum Unternehmertum mitbringt. Im Video-Interview spricht er von „Hausaufgaben in der Beratung“ und später auch von „Stellschrauben“. Die meisten Kandidaten erfüllen diese Voraussetzungen. Doch bemerkt er bei dem einen oder anderen Franchise-Interessenten deutliche Defizite, rät er bereits im Beratungsprozess von der Gründung ab.

Für solche Defizite nennt Stephan Neuschulten einige Beispiele. Im Beratungsprozess fordert er diverse Unterlagen ein, die der zukünftige Franchise-Nehmer erstellen müsse. Dazu gehören die Standortanalysen und Marktdaten bei Konzepten mit wichtigem Standortbezug. Entgegnet ihm der Gründer daraufhin, dass er die Zuständigkeit für deren Erstellung bei ihm – dem Berater – oder dem Franchisegeber sähe, sind dies für Neuschulten erste Indizien für mangelndes unternehmerisches Denken. Ein Unternehmer handelt schließlich selbstständig und verlässt sich nicht auf andere, lässt der Experte durchblicken.

Im weiteren Verlauf des Videos geht Stephan Neuschulten auf seine eigene unternehmerische Entwicklungshistorie ein. Er hat sich Mitte der 1990er-Jahre selbstständig gemacht, indem er mit seiner Mutter einen Gebäudereinigungsbetrieb gründete. Das Unternehmen ist sehr aktiv in NRW und beschäftigt mittlerweile 50 Mitarbeiter. Mit diesem Betrieb lernte der heutige Franchise-Experte unternehmerisches Handeln und unternehmerische Eigenschaften in Bereichen wie Finanzierung, Mitarbeiterführung, Stressresistenz und eingeschränktes Privatleben kennen. In Puncto Privatleben wählt er sogar die Worte: „so gut wie nie zuhause sein“. All diese Erfahrungen und Kenntnisse betrachtet er als Rüstzeug für seinen nächsten beruflichen Schritt in die Branche der Unternehmensberatung.

Später stieg Stephan Neuschulten als Lizenznehmer in ein Franchise-System einer Dienstleistungsbranche ein und betreibt heute acht Standorte. Dadurch eignete er sich das Praxiswissen eines Franchise-Nehmers ein, das er seither als Berater an Existenzgründer weitergibt. Als Eigen-Unternehmer, Berater und Franchise-Nehmer erkennt er bei seiner Klientel umso besser das Vorhandensein oder den Mangel an unternehmerischen Eigenschaften. Nämlich, ob der Gründer einerseits grundsätzlich fähig und andererseits ausreichend willig und einsatzbereit ist.

Als schönsten Erfolg eines Unternehmers bezeichnet es Stephan Neuschulten den wirtschaftlichen Durchbruch. Sprich, die Rückzahlbarkeit der Kredite und den Zeitpunkt, ab dem er von seiner Tätigkeit – so wörtlich – leben kann. Seinen größten und schönsten Erfolg als Berater sieht er darin, dass er mehreren Franchise-Systemen durch Finanzierung ihrer Franchise-Nehmer zum Marktstart verholfen hat. Viele davon hat er von der Gründung an begleitet.
Neuschulten Unternehmensberatung GmbH