6/21/2019

Gastronomie-Franchise-System Vapiano: Verluste, Schließungen und verlangsamtes Wachstum

Der einstige Shootingstar des deutschen Gastronomie-Franchising Vapiano ist in Turbulenzen geraten. Nachdem das 2002 gegründete Unternehmen die Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen für 2018 bereits dreimal verschoben hatte, wurde nun seine wenig erfreuliche Bilanz veröffentlicht.

Wie Vapiano mitteilt, belief sich der Verlust im Jahr 2018 auf 101 Millionen Euro. Eine enorme Zahl. Denn der Gesamtumsatz der Gastronomiekette belief sich im vergangenen Jahr auf 372 Millionen Euro. Als Grund für die negative Entwicklung sieht Vapiano einem Bericht der Welt zufolge unter anderem ein zu stark forciertes Wachstum nach dem Börsengang Mitte 2017. Nun sollen alle nicht profitabel arbeitenden Standorte geprüft und bei Bedarf auch geschlossen werden.

Eher 240 als 330 Standorte bis 2020

2018 verbuchte Vapiano weltweit 32 Neueröffnungen und sechs Schließungen. Die Gesamtzahl der Restaurants wuchs damit auf 231 Restaurants in 33 Ländern. Etwa 80 davon befinden sich in Deutschland, jeweils 17 in Österreich und Frankreich. Take away- und Lieferservice-Stationen waren zum Ende des Geschäftsjahres in 129 Restaurants implementiert. In den kommenden Jahren will Vapiano nun das Expansionstempo verlangsamen, sich mehr auf die Profitabilität konzentrieren und stärker auf wenige europäische Kernmärkte wie Deutschland, Österreich und Frankreich fokussieren. Das Franchising soll verstärkt werden. Für das Jahr 2019 plant Vapiano zehn bis 15 Neueröffnungen. Zur voraussichtlichen Zahl der Schließungen macht das Unternehmen keine Angaben. Im Sommer 2018 hatte Vapiano noch angekündigt, bis zum Jahr 2020 auf 330 Standorte wachsen zu wollen. Vapiano betreibt seine Restaurants teils selbst und teils in Kooperation mit Franchisepartnern oder im Rahmen von Joint Ventures.

Bestell- und Abholkonzept soll bleiben

Auch die Abläufe in den Restaurants sollen verändert werden, um ein besseres Gasterlebnis zu ermöglichen. Vapiano setzt im Grunde auf ein Selbstbedienungskonzept, bei dem die Speisen an verschiedenen Stationen bestellt und auf eine Karte gebucht werden. Über einen Buzzer erfahren die Gäste, dass ihr Essen an der Theke zu Abholung bereitsteht. Bezahlt wird an einer Checkout-Kasse beim Verlassen des Restaurants. An diesem Modell will Vapiano festhalten. Geplant ist aber, die Wartezeiten zu verkürzen und die Speisekarte zu straffen. Auch die Attraktivität und Atmosphäre in den Abendstunden soll durch entsprechende Maßnahmen gesteigert werden. Zudem ist geplant, den Ausbau der Take away- und Home Delivery-Services zu überprüfen und anzupassen. Einer der Hauptkonkurrenten im Italo-Food-Segment ist L’Osteria. Dieses Gastronomie-Franchise-System setzt auf klassische Bedienung und zählt aktuell zu den am stärksten wachsenden Gastronomie-Konzepten Deutschlands. Hinter L’Osteria steht unter anderem Friedemann Findeis, der auch an der Gründung des Systemgastronomie-Konzepts Vapiano beteiligt war. (red.)

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Nachrichten-Redaktion
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