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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Businesspläne, Sicherheiten und Bankgespräche zur Finanzierung

Klaus Lockemann: Guten Morgen! Für Ihre Fragen stehe ich Ihnen ab jetzt gerne zur Verfügung.

Leser: Schönen guten Morgen, Herr Lockemann. Welche Hilfe können Franchisegeber bei der Finanzierung leisten?

Klaus Lockemann: Der Franchise-Geber kann seinem Franchise-Nehmer in vielen Punkten im Bereich der Finanzierung helfen. So kann der Franchise-Geber z.B. schon auf evtl. Erfahrungen zurückgreifen. Desweiteren kann der Franchise-Geber bei der Erstellung des Businessplan behilflich sein. Selbstverständlich kann der Franchise-Geber auch unterstützende Maßnahmen bei den Bankgesprächen geben. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, ob der Franchise-Vertrag als förderfähig von der KfW-Mittelstandsbank eingestuft ist. Sie sehen, es eine Vielzahl von Hilfeleistungen seitens des Franchise-Gebers.

Leser: Kann ich von der Systemzentrale kompetente Unterstützung beim Verfassen des Businessplanes und vor allem der Finanzplanung erwarten oder sollte ich eine geförderte Existenzgründungsberatung in Anspruch nehmen?

Klaus Lockemann: Wenn der Franchise-Geber bzw. die Systemzentrale schon länger existiert, sind mit Sicherheit schon gewisse Erfahrungswerte vorhanden. Diese Erfahrungswerte sollen in der Planung und/oder in der Erstellung des Businessplanes mit hineinfliesen. Es ist immer sehr hilfreich, die Unterstützung eines Experten in Anspruch zu nehmen, zumal diese Arbeit bzw. das Honorar des Experten auch bezuschusst wird. Aus Erfahrungen kann ich sagen, dass immer mehr Systemzentralen die Planung der Finanzierung in die Hände eines externen Experten geben.

Leser: Guten Morgen, lieber Herr Lockemann: Wo ist eine umfassende Übersicht der für die Existenzgründung zur Verfügung stehenden Fördermittel erhältlich?

Klaus Lockemann: In den nächsten Tagen wird das Franchiseportal einen Finanzcheck veröffentlichen. Hier können Sie dann nicht nur die wichtigsten Fördermittel für Vorhaben herausfinden, sondern auch einen Finanzierungsplan erstellen lassen.

Leser: Guten Morgen Herr Lockemann: Wie viel Eigenkapital müsste ich anteilmäßig mitbringen, um meine Bank zur Finanzierung der restlichen Investition zu bewegen?

Klaus Lockemann: Sie sollten Eigenkapital von mind. 15% bis 20% des Investitionsvorhabens nachweisen können. Einige Fördermittel, wie z.B. das ERP-Eigenkapitalhilfeprogramm setzt ein Eigenkapital von 15% der Investitionssumme grundsätzlich voraus.

Leser: Mein künftiger Franchisegeber hat angeboten, mich zu Bankgesprächen zu begleiten. Ich habe Bedenken, wie das von der Bank aufgenommen wird. Wird von einem Unternehmer nicht eine eigenständige Verhandlung erwartet?

Klaus Lockemann: Es kann u.a. sehr nützlich sein, den Franchise-Geber zu einem Bankgespräch hinzu zuziehen. Sie können z.B. noch nicht alle Punkte des Franchise-System kennen. Evtl. weitergehende Fragen, die das System betreffen, kann in der Regel auch nur der Franchise-Geber beantworten. Aber, der Bankangestellte kann auch der Auffassung sein, dass der Franchise-Geber unbedingt den Franchise-Nehmer haben möchte, weil der Franchise-Geber an dem Franchise-Nehmer verdient. Mein Tipp: Fragen Sie bei der Terminvereinbarung, ob die Bank es wünscht, ob der Franchise-Geber bei dem Gespräch anwesend sein sollte.

Leser: Grüß Gott Herr Lockemann. Was tut die Mittelstandsbank für den Mittelstand und besonders die Existenzgründer? Sind die Fördermittel nicht vergleichsweise teuer, wobei der bürokratische Aufwand noch hinzu kommt?

Klaus Lockemann: Die Mittelstandsbank, früher DtA (Deutsche Ausgleichsbank) unterstützt die Gründungen bzw. den Mittelstand i.d.R. mit zinsgünstigen Darlehen. Bei diesen Darlehen, z.B. die ERP-Programme, erhalten Sie einen „Zuschuss“ bei den Zinsen. Somit sind diese Fördermittel für Sie preisgünstig. Hinzu kommen noch tilgungsfreie Anlaufzeiten, damit Sie nicht in der Anfangsphase eine zu hohe Belastung haben. Haben Sie nicht genügend Sicherheiten, so können Sie bei einigen Programmen eine so genannte Haftungsfreistellung beantragen. Deshalb sollten Sie prüfen, ob eine Finanzierung Ihres Vorhabens mit Förderprogramme der Mittelstandsbank bzw. eine Kombination mit Förderprogrammen des entspr. Bundeslandes möglich ist.

Leser: Welche Kapitel und Berechnungen müssen eigentlich in einem Business-Plan enthalten sein?

Klaus Lockemann: Der Businessplan muss für jeden Franchise-Nehmer individuell erstellt werden. Die wichtigsten Kapitel für einen Businessplan sind: Execute Summary (kurze Zusammenfassung am Anfang), Ausgangssituation, Geschäftsidee – Beschreibung des Franchise-Gebers, Gründerperson(en), Wettbewerb, Standort, Marktanalyse, Produktions-/Dienstleistungsfaktoren (Franchise-System), Risikoanalyse, Investitionsplan, Prognoseberechnungen für mind. die ersten 3 Jahre, wobei das erste Jahr monatlich betrachtet werden sollte, Planbilanz, Plan-GuV, Liquiditätsplan, Kapitalflussplan, BWL-Kennzahlen. Als letztes kommen noch diverse Anlagen, wie z.B. Franchise-Vertrag u.v.m. hinzu.

Leser: In Frankreich hat sich die z.B. Crédit Lyonnais, in Großbritannien die NatWest, in Italien die Banca di Siena auf Franchise-Finanzierungen spezialisiert. Warum ist das deutsche Bankensystem unfähig, diese gestützte Form der Existenzgründung mit zu tragen?

Klaus Lockemann: Das hängt u.a. mit der Struktur unserer Geldinstitute ab. Die öffentlich rechtlichen Geldinstitute (Sparkassen) und die Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken) haben ein sehr starkes Regionalprinzip. Sie dürfen außerhalb Ihres Bezirkes keine Finanzierungen begleiten, wenn es keinen Zusammenhang gibt. Für die Großbanken, wie z.B. Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Dresdner Bank und Commerzbank sind die Gründungsinvestitionen meistens zu klein. Leider hat Franchise hier in Deutschland noch nicht den hohen Stellwert in der Wirtschaft erreicht, wie in anderen Ländern.

Leser: Die EK-Anforderungen der Franchisegeber, die ich hier in der Online-Messe sah, gehen bis zu 40 Prozent. Warum diese verschärften Anforderungen?

Klaus Lockemann: Eine Faustregel besagt, desto mehr Eigenkapital eingesetzt wird, desto preisgünstiger wird die Finanzierung (weniger Finanzierungsbedarf). Desweiteren unterstreichen Sie die Ernsthaftigkeit des Vorhabens, wenn Sie so viel wie möglich an Eigenkapital mitbringen. Und, mit Ihrem Eigenkapital können Sie evt. Risiken abfangen (z.B. durch Rücklagen).

Leser: Gibt es irgendeine Bank, bei der eine gewisse Kompetenz in Franchise-Fragen vorausgesetzt werden kann? Oder anders gefragt: Wie vermeide ich es, dass ich erst einmal Aufklärungsarbeit bei Sachbearbeitern leisten muss?

Klaus Lockemann: Leider ist das Thema Franchise bei den Geldinstituten nicht immer sehr bekannt. Es gibt auch nach meinem Wissen, keine Bank, die das Thema Franchise hier in Deutschland z.Zt. forciert. Das hängt damit zusammen, dass das Thema Franchise noch nicht den hohen Stellwert in unserer Wirtschat hat (siehe auch weiter oben). Der DFV (Verband), DFI (Institut) und auch andere arbeiten sehr gut an diesem Thema und es wird sich in Zukunft einiges bewegen. Aber so lange müssen wir immer noch Aufklärungsarbeiten leisten.

Leser: Muss unsere Gesellschaft immer höhere Arbeitslosigkeit finanzieren, weil die Banken das Risiko scheuen? Sollten sie nicht gelegentlich darauf aufmerksam gemacht werden, das ihre Arbeitsplätze auch von der wirtschaftlichen Leistung des noch überlebenden Mittelstandes abhängt?

Klaus Lockemann: Weil die Geldinstitute in der Vergangenheit sehr hohe Ausfällen in den Bereichen Kredite/Darlehen hatten (wie z.B. Insolvenzen) sind sie sehr zurückhaltend geworden. Hinzu kommt noch, dass die Geldinstitute nicht nur von den Krediten/Darlehen leben, sondern eine Vielzahl von anderen Produkten/Dienstleistungen verkaufen, wo sie sogar noch etwas höhere Gewinne haben. Es bleibt ab zu warten, wie sich hier der Markt in Deutschland entwickelt.

Leser: Wo erhalte ich als Existenzgründer objektiven Rat in Finanzierungsfragen? Meine Hausbank scheint vorrangig die eigene Darlehensvergabe in Betracht zu ziehen.

Klaus Lockemann: In den nächsten Tagen, wird hier im Portal ein Finanzierungs-Check angeboten. Hier haben Sie dann die Möglichkeit, Ihre Finanzierung zu überprüfen. Ich kann Sie nur einladen, diese Möglichkeit zu nutzen. Sie können mir aber auch gerne eine Email senden, damit ich Ihnen evtl. weiterhelfen kann.

Leser: Sie kennen sicher die Auswirkungsstudie QIS zu Basel II, die offenbar mit keinen höheren Eigenkapitalsanforderungen für Privatkunden und Kleinunternehmen rechnet. Ist die Angst der Bankkunden vor dem Rating überhaupt gerechtfertigt?

Klaus Lockemann: Es sind nicht nur die Kriterien von Basel II maßgebend, sondern auch die MaK – die Mindestanforderungen an die Kreditvergabe der Kreditinstitute, die seit ca. 1 Jahr veröffentlich worden sind. Beide Faktoren, Basel II und MaK spielen in einander und bestimmen die Vergabe der Kredite/Darlehen. Es würde jetzt aber den Rahmen springen, wenn ich die Kriterien und Anforderungsprofile hier beschreiben würde. Ich bitte dafür um Verständnis.

Leser: Es ist einfacher, vom Arbeitsamt Geld für eine völlig unausgereifte ICH-AG als von der Bank für den Eintritt in ein renommiertes Franchisesystem zu bekommen. Ist das nicht absurd?

Klaus Lockemann: Ich teile hier Ihre Meinung. Wir werden in ca. 2-3 Jahren erkennen, welche Auswirkungen es hat, dass die ICH-AG z.Zt. so angetrieben wird. Ich bin der Meinung, dass wir in der Zukunft (durch die Maßnahme ICH-AG) eine sehr hohe Insolvenzrate haben werden.

Leser: Ich wollte verschiedene Förderprogramme kombinieren und stieß dabei auf Ablehnung. Warum schließen sich die Programme gegenseitig aus?

Klaus Lockemann: In den Richtlinien der einzelnen Fördermittel, die vom Geldgeber erstellt werden, wird u.a. beschrieben, wie die Programme untereinander kombinierbar sind. Geldgeber können hier der Staat, Bundesländer u.v.a. sein. Desto wichtiger ist es, dass der Kreditnehmer hier einen Experten mit heranzieht, um eine Finanzierung mit Förderprogrammen aufzubauen.

Leser: Kommt das DtA-Mikrodarlehen auch für Franchisenehmer in Betracht?

Klaus Lockemann: Das Mirkodarlehen wurde für Gründungen im „Kleinstbereich“ aufgelegt. Die max. Summe beträgt hier 25.000,00 Euro. Das gilt selbstverständlich auch für den bereich Franchising.

Leser: Besteht ein Rechtsanspruch auf Fördermittel, wenn ein qualifiziertes Projekt vorgelegt wird oder ist die Förderung abhängig von der Kassenlage ?

Klaus Lockemann: Grundsätzlich gilt, dass Sie keinen Rechtsanspruch auf Fördermittel (z.B. Gründungsdarlehen, Kreditprogramme, u.v.m.) haben.

Leser: Ein wichtiges Problem beim Aufbau einer selbstständigen Existenz wird oft vergessen: Wenn der Existenzgründer nach zwei oder drei Jahren endlich aus dem Gröbsten haraus ist, kommt nicht nur eine größere Steuernachzahlung auf ihn zu. Nein, gleichzeitig erhöhen sich die Vorauszahlungen für das laufende und das kommende Jahr. Der Staat holt sich bei dem kleinen Existenzgründer einen kostenlosen Kredit und raubt ihm die Liquidität für die notwendigen Investitionen. Statt das 999. Förderprogramm aufzulegen, sollten hier die Reformen ansetzen.

Klaus Lockemann: Sie haben Recht, dass die späteren Belastungen für den Jungunternehmer sehr hoch sein könnten. Gerade deswegen sollte eine Planung (Businessplan) mit den Prognosenberechnungen mindesten die ersten 3 Jahre, wenn nicht sogar 5 Jahre umfassen. In dieser Planung kann ich dann die evtl. Mehrbelastungen berücksichtigen. Auch hier der Hinweis, dass der Businessplan und die Prognoseberechnung unter der Hilfestellung eines Experten erstellt werden sollte. Dieser Experte kann u.a. auch der Steuerberater sein. Die Fördermittel deshalb abzuschaffen halte ich persönlich nicht für sinnvoll.

Leser: Muss ich den Franchise-Vertrag unter einem Finanzierungsvorbehalt abschließen oder versteht sich dies von selbst?

Klaus Lockemann: Ich empfehle Ihnen auf jeden Fall, einen so genannten Finanzierungsvorbehalt im Franchise-Vertrag mit auf zu nehmen. Schon alleine zu Ihrem eigenen Schutz. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie eine Verpflichtung eingehen, obwohl die Finanzierung nicht gesichert ist.

Klaus Lockemann: Herzlichen Dank für Ihre Teilnahme an diesem Chat. Ich darf nochmals an den Finanzierungs-Check erinnern, der in den nächsten Tagen hier veröffentlich wird. Ansonsten, wünsche ich Ihnen eine schöne Adventszeit, und weil wir uns erst im nächsten Jahr wieder treffen, ein gesegnetes Weihnachtsfest. Für das neue Jahr 2004 wünsche ich Ihnen viel Erfolg und vor allem Gesundheit. Ihr Klaus Lockemann.

 Klaus Lockemann

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Klaus Lockemann

Sachverständiger für Finanzierungen und Finanzplanung sowie Verfasser von zahlreichen Publikationen.

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