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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Gründungsfinanzierung und Förderprogramme von Bundes und Ländern

Autor: Guten Morgen, ich stehe Ihnen jetzt für Ihre Fragen gerne zur Verfügung.

Leser: Guten Morgen Herr Haller. Was sind die Aufgaben der Bürgschaftsbanken und wer kann ihre Leistungen in Anspruch nehmen?

Autor: Bürgschaftsbanken ersetzen mit Ihrer Bürgschaft fehlende oder nicht ausreichende Sicherheiten für die Absicherung von Darlehen und Krediten an kleine und mittelständische Unternehmen. Sie ermöglichen damit, die Bereitstellung notwendiger Kredite an Gründer und bereits bestehende Unternehmen. Voraussetzung für eine Bürgschaftsübernahme sind ein Erfolg versprechendes Konzept und realistische Zukunftserwartungen. Eine Bürgschaftsbank gibt es in jedem Bundesland, Anträge an die BB sind über die Hausbank einzureichen.

Leser: Guten Morgen, Herr Haller: Kann bei einer gemeinsamen Unternehmensgründung jeder Partner Fördermittel beantragen?

Autor: ja

Leser: Die von der DtA gesponserte internationale GEM-Studie bezeichnet die öffentliche Förder-Infrastruktur in Deutschland als erstklassig. Würden Sie sich diesem Urteil anschließen und wo besteht eventuell noch Verbesserungsbedarf?

Autor: Dies kann bejaht werden, wenn man sowohl die Bundes- wie auch die Landesförderangebote insgesamt sieht. Leider sind die Angebote nicht immer übersichtlich gestaltet für denjenigen, der sich entsprechend informieren möchte, jedoch können Kammern, Verbände, Hausbanken und auch Wirtschaftsfördergesellschaften Auskunft geben. Ein weiteres Problem stellt zweifellos dar, dass die öfftl. Finanzhilfen stets über eine Hausbank beantragt werden müssen, die gegenüber dem Förderinstitut ganz oder teilweise ins Obligo gehen muss. Sofern also ein Kreditinstitut nicht bereit ist, einen Kredit auszureichen, kommt man auch nicht an die Fördermittel. Haftungsfreistellungen der DtA, der KfW, aber auch von Landesförderinstituten sowie Bürgschaften von Bürgschaftsbanken können das Eigenobligo einer Hausbank mehr oder weniger stark reduzieren, sodass es Kreditinstituten in vielen Fällen eigentlich leichter fallen müsste, entsprechende Finanzierungen aus den Fördertöpfen zu ermöglichen.

Leser: Schönen guten Morgen Herr Haller. Welche Förderprogramme kommen für Franchisenehmer überhaupt in Betracht und inwieweit lassen sich sich möglicherweise miteinander verknüpfen?

Autor: Für Franchisenehmer stehen im Rahmen der Existenzgründung alle Förderprogramme der DtA (Eigenkapitalhilfe-Darlehen, Existenzgründungsdarlehen, GuW-Darlehen, Startgeldprogramm etc.) und evtl. auch der Förderinstitute des betreffenden Bundeslandes zur Verfügung. Das gilt auch für bereits bestehende Unternehmen. Darüberhinaus stellen die Bürgschaftsbanken Bürgschaften bei fehlenden Sicherheiten zur Verfügung, auch die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften können im Einzelfall mit Beteiligungskapital zur Verbesserung der EK-Ausstattung beitragen. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Hausbank nach den für Sie geeigneten Förderangeboten, auch können Sie sich bei einer IHK oder HwK danach erkundigen, dort wird entspr. Beratung angeboten. Voraussetzung für FN ist allerdings, dass die DtA den Franchisevertrag Ihres FG geprüft hat, aus dem u.a. hervorgehen muss, dass Sie als FN selbständiger Unternehmer mit eigenen Entscheidungsbefugnissen sind.

Leser: Was ist unter "alternativen Finanzierungsformen" zu verstehen und kommen sie für die Finanzierung eines Franchise-Betriebes ebenfalls in Betracht?

Autor: Alternative Finanzierungsformen sind z.B. Leasing, Factoring, Beteiligungskapital. Grundsätzlich können diese auch von Franchisebetrieben neben den üblichen Finanzierungsformen Bankdarlehen/Eigenkapital/Lieferantenkredite in Anspruch genommen werden. Beteiligungskapital stellen in erster Linie Kapitalbeteiligungsgesellschaften zur Verfügung, wobei ertragsorientiert tätige Gesellschaften i.d.R. erst ab 1-2 Mio. € aufwärts Interesse zeigen. Kleinere Beträge stellen die in jedem Bundesland (mit Ausnahme von NRW) ansässigen Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBG) zur Verfügung.

Leser: Sehr geehrter Herr Haller. Ich bin die Presidentin des Bulgarischen Franchise Verbandes/BULFA/. Würden Sie eine Gastteilnahme an Franchisefinanzforum Mitte Juni in Sofia akzeptieren? Mehr über das Franchising in Bulgarien können Sie dem News-Forum des Franchiseportals entnehmen.

Autor: Grundsätzlich ja, wenn es in meinem Terminkalender noch Platz gibt. Wir sollten miteinander telefonieren.

Leser: Bei welchen Banken besteht die größte Chance, Mittel für eine Gründung zu erhalten?

Autor: Ich kann Ihnen da keine Empfehlung geben, jedoch sind es die Sparkassen und Geno.Banken, die im Gründungsbereich zusammen ca. 90% der Finanzierungen bereit stellen.

Leser: Was helfen alle Initiativen der Bundesregierung und der neuen Mittelstandsbank, wenn die Hausbanken die Kreditanfragen nicht weiterleiten? Auf welche Weise könnten die Banken wieder zur Finanzierung von Gründungsvorhaben bewegt werden?

Autor: Sie schneiden ein großes Problem der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen an. Kreditinstitute setzen derzeit mit ihren Ratingverfahren u.a. auch die Basel II - Richtlinien um und ordnen ihre Kunden entspr. den Ergebnissen der Ratinganalyse ein. Die Unternehmen sollten die Bemühungen der Hausbanken um eine gerechte Beurteilung dadurch unterstützen, dass sie mehr als bisher Informationen, vorallem bwl. Daten/Daten zur aktuellen Unternehmenssituation und -entwicklung, an ihre Hausbank liefern. Falls bei Kreditgewährungen auf das hohe Risiko oder auf fehlende/nicht ausreichende Kreditsicherheiten hingewiesen werden, können Bürgschaftsbanken evtl. helfen. Diese übernehmen gegenüber der Hausbank Bürgschaften für Kredite und Darlehen, die deren Ausreichung ermöglichen, allerdings wird dort das Vorhaben einer eingehenden Prüfung unterzogen. Jedoch wird i.d.R. jedes Erfolg versprechende Vorhaben unterstützt. Ausserdem sollten Sie auf eine Verbesserung Ihrer Eigenkapitalausstattung hinwirken, die EK-Quote wird in Zukunft ein wichtiger Baustein bei der Ratingeinstufung Ihres Unternehmens darstellen.

Leser: Guten Tag Herr Haller: Meinen Sie, dass die Kreditentscheidung des Firmenkundenberaters immer noch stark geprägt ist von der Unternehmerpersönlichkeit oder sind aktuell eher harte Fakten entscheidend ?

Autor: In Zukunft werden die harten Faktoren bei der Kreditentscheidung ein Übergewicht haben. Allerdings wird durch die Einbeziehung des Unternehmers/Managements (Soft-Facts) in die Ratingbeurteilung die Qualität der Unternehmensführung mitberücksichtigt.

Leser: Mail Boxes Etc. (MBE) gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass es einen Rahmenvertrag mit der italienischen Banca Monte Dei Pascha Di Siena Spa (BMPS) zur Finanzierung deutscher Franchisenehmer abgeschlossen hat. Schwimmen den deutschen Banken die "Franchise-Felle" davon?

Autor: FG suchen nach neuen Möglichkeiten, die oft zurückhaltende Einstellung von Kreditinstituten gegenüber Gründern, anderweitig zu lösen. Das von MBE ist eine Möglichkeit, es gibt auch andere FG, die Anlauffinanzierungen für ihre FN ermöglichen. Ein Grund, warum Kreditinstitute dem Franchising nach wie vor reserviert gegenüberstehen, ist die Tatsache, dass es eine große Zahl von FG'n nicht für notwendig erachten, die Bankenwelt über ihre Systeme ausreichend zu informieren oder ihre FN für die Finanzierungsgespräche mit der Hausbank mit entsprechendem Informationsmaterial über das System und dessen bisherige Erfolge auszustatten. Die Kreditgeber möchten wissen, mit wem sie es zu tun haben und dazu gehören eben u.a. auch Zahlenmaterial über die Umsätze und Erträge von Vergleichsbetrieben und vernünftige und nachvollziehbare Planzahlen.

Leser: Ich bin mit einem Lizenzsystem in Kontakt, das sich nach eigenen Angaben über Genusscheine finanziert. Was halten Sie von dieser Variante?

Autor: Es tut mir leid, aber darüber kann ich Ihnen keine Antwort geben, dazu weiss ich zu wenig über die Einzelheiten.

Leser: Ist auf die Empfehlung von Franchisesystemen durch die DtA Verlass? Wenn sie Vertrag und Marktpotential bereits geprüft hat, kann ich mir evtl. die Einschaltung von Beratern sparen.

Autor: Die DtA prüft einmal bei einem System den Franchisevertrag zwischen FG und FN, jedoch nicht auf der rechtlichen Seite, sondern dahingehend, ob die vereinbarten Rechte und Pflichten dem FN genügend unternehmerischen Spielraum einräumen, sodass er als selbständiger Unternehmer gesehen werden kann. Zum zweiten hat sich die DtA einen Überblick geschaffen über die Erfolge/Misserfolge einzelner Systeme. Die DtA wird, sofern alle formellen Voraussetzungen für eine Finanzhilfe vorliegen, keine Mitwirkung versagen, wenn die Selbständigkeit des FN gewährleistet ist und das System erfolgreich am Markt tätig ist.

Leser: Unterstützt die DtA mit ihren Fördermitteln auch Nebenerwerbstätigkeiten?

Autor: Es gibt Programme der DtA, die den Aufbau einer Existenz anfänglich im Rahmen einer Nebentätigkeit unterstützen. In Baden-Württemberg kann aus dem Programm Starthilfe eine solche Nebentätigkeit finanziert werden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Hausbank oder einer Kammer, ob das Landesförderinstitut Ihres Bundeslandes etwas ähnliches anbietet

Leser: Beim Franchisor's Day vereinbarten führende Vertreter der Banken und der Franchise-Verbände am 18.10.02 die Aufnahme von Gesprächen für eine vereinfachte Kreditvergabe an Franchise-Geber. Sie waren an der Podiumsdiskussion maßgeblich beteiligt. Was ist inzwischen geschehen?

Autor: M.W. sind in dieser Sache bisher keine wesentlichen Fortschritte erzielt worden. Dies muss in erster Linie der DFV in die Wege leiten. Ich kann nur für die Bürgschaftsbanken und MBG'en sprechen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, jede vernünftige FN-Gründung zu unterstützen. In diesem Fall heisst vernünftig, dass das System durch erfolgreiche FN-Betriebe oder mindestens mit einem Pilotbetrieb nachweisen kann, dass künftige FN erfolgreich arbeiten können und nicht als Versuchskaninchen für den FG anzusehen sind.

Leser: Was halten Sie von dem Vorhaben der KfW und deutscher Großbanken, zur Verbriefung von Unternehmenskrediten? Wird die Abwälzung bestehender Risiken wirklich die Bereitschaft der Banken erhöhen, Mittelstand und Gründern mit Krediten unter die Arme zu greifen?

Autor: Der Zeitpunkt ist noch zu früh, eine Aussage darüber zu machen, ob dieses Angebot der KFW an die Banken zu einer zugänglicheren Haltung der Kreditwirtschaft gegenüber Gründern führen wird. Das muss die Praxis zeigen, eine deutliche Entlastung sollte positive Auswirkungen zeigen. Andererseits stellen wir in Baden-Württemberg fest, dass wir mit dem gemeinsamen Starthilfe-Programm der L-Bank und der Bürgschaftsbank ein Angebot geschaffen haben, das ein Renner geworden ist: Gründungsvorhaben bis 100 T€ Vollfinanzierung durch ein zinsgünstiges Darlehen der L-Bank (z.Zt. 3,9% p.a.), obligatorische Bürgschaft der Bürgschaftsbank über 80% des Kreditbetrages, 1,25% Marge an die Hausbank durch die L-Bank, 500 € Bearbeitungsgebühr der Bürgschaftsbank an die Hausbank. Bei inzwischen rd. 250 Anträgen in den ersten 5 Monaten beträgt die durchschnittliche Darlehenshöhe 40T€! Also es kommt eben auch auf die Ausgestaltung des Angebots an, damit es angenommen wird.

Leser: Welche Kreditart ist bei welcher Bank (Volumen bis 50.00 EUR) für einen Franchisenehmer, der innerhalb des ersten Geschäftsjahres den Break-even erreicht, derzeit am günstigsten (Effektivzins, Laufzeit, Tilgungsfreiheit etc.)?

Autor: Bis zu dem von Ihnen genannten Betrag ist entweder die Startgeldvariante der DtA oder ein GuW-Darlehen zu empfehlen. Bei letzterem kommt es allerdings darauf, dass das Landesförderinstitut Ihres Landes gemeinsam mit der DtA dieses GuW-Darlehen anbietet. In Baden-Württemberg bietet es die L-Bank an, in diesem Land empfehle ich Ihnen das Starthilfeprogramm der L-Bank. Was die Konditionen betrifft, so bitte ich Sie, sich an Ihre Hausbank zu wenden oder auf die Internetseite der DtA-Bank zu gehen. Dort sind für alle Länder die GuW-Varianten detailliert aufgeführt.

Leser: Auf einem Gründerseminar der IHK wurde erwähnt, dass nur Kosten, welche zu Beginn einer Existenzgründung entstehen, gefördert werden. Wie verhält sich dies z.B. beim Leasing von Inventar?

Autor: Im Rahmen der Existenzgründung werden für die Förderhilfen des Bundes und der Länder berücksichtigt: Bauliche und maschinelle Investitionen, Betriebs-und Geschäftsausstattung, Warenlager, Anlaufkosten, Franchisegebühr, Betriebsmittel. Güter, die über Leasing angeschafft werden, können nicht in den o.a. Förderumfang einbezogen werden. In den Folgejahren können weitere Investitionen über die in vielen Ländern angebotenen GuW-Programme der DtA/Landesförderinstitut und auch anderen Programm der DtA, KfW oder des Landesförderinstituts mitfinanziert werden. Bitte fragen Sie Ihre Hausbank oder Ihr Förderinstitut im Land.

Leser: Wie finanziere ich am besten die Master-Franchise eines amerikanischen Konzerns in einer Größenordnung von rund einer Million Euro? Gibt es dafür Fördermittel?

Autor: Grundsätzlich können Sie, falls es für Sie ein Gründungsvorhaben ist, die öffentlichen Programmangebote der DtA oder Ihres Förderinstitutes im Land in Anspruch nehmen. Die DtA wird das System prüfen und auch den vorgesehenen Vertrag mit dem FG. Sofern der Vertrag Ihnen und später auch den FN'n genügend unternehmerischen Freiraum bietet, dürfte grundsätzlich eine Förderung nichts im Wege stehen. Das System sollte eine bisher erfolgreiche Geschäftsentwicklung nachweisen können. Allerdings müssen Sie eine Hausbank finden, die bereit ist, Ihr Vorhaben - unter Einbeziehung der Förderprogramme (Eigenkapitalhilfe, Ex.Gr. Darlehen usw.)- zu finanzieren. Wichtig ist, dass Sie bei einem Vorhaben dieser Größenordnung auch eigene Mittel in ausreichendem Umfang (ca. 10 -20%) einsetzen können. Falls die Absicherung ein Problem darstellen sollte, die DtA bietet Haftungsfreistellungen von 40% (NBL 50%, Bürgschaftsbanken Bürgschaften bis max. 80% des Kreditbetrages.

Leser: Welche Erfahrungen liegen zum DtA.-Mikro-Dahrlehen vor: a) Wie schnell entscheidet die DtA.? b) Wie gehen die Hausbanken mit diesem neuen Förderprojekt um?

Autor: Das Programm ist nur für Kleinstgründungen gedacht und insofern stellt sich die Frage, ob man mit einem solch geringen Betrag eine Gründung erfolgreich umsetzen kann. Sofern in größerem Maße eigene Mittel zusätzlich eingesetzt werden können, mag der Betrag ausreichen, in vielen Fällen ist er einfach zu gering. Vorteilhafter ist die Startgeld-Variante der DtA, die auch effektiv etwas billiger ist. In Baden-Württemberg bietet die L-Bank gemeinsam mit der Bürgschaftsbank ein sehr günstiges Starthilfeprogramm (eff. unter 6%p.a.). Informationen über www.l-banbk.de.

Leser: Sind Wachstumsfinanzierungen für Franchisepartner eher zu bekommen als Gründungsfinanzierungen?

Autor: Sofern es sich um ein erfolgreiches Unternehmen handelt ja. Ansonsten prüft natürlich jeder Kreditgeber auf Basis der bisherigen Zahlen des Unternehmens und der vorgelegten Planzahlen für die Zukunft, ob das Unternehmen (evtl. nach Durchführung eines Vorhabens) auch künftig in der Lage sein wird, die Kapitaldienstverpflichtungen zu erfüllen. Gut vorbereitete Gründungsvorhaben, insbesondere aus guten und bekannten Franchisesystemen, haben i.d.R. weniger Probleme bei Finanzierungen als solches aus bisher wenig in Erscheinung getretenen Systeme, die auch nur mangelnde Informationen bereitstellen.

Leser: Gibt es bei den Banken Statistiken, inwieweit Franchise-Systeme wirklich sicherer sind als normale Existenzgründungen?

Autor: Ich glaube nicht. Die DtA verfolgt die Entwicklung der von ihr mitfinanzierten Systeme, von anderen Instituten kenne ich es nicht.

Leser: Ist das Regionalprinzip bei der Kreditvergabe nicht nur ein Vorwand der deutschen Großbanken ?

Autor: Im Förderbereich gilt das Regionalprinzip bei den Förderangeboten der einzelnen Länder. Diese sind in der Tat sehr unterschiedlich. Bei den Großbanken sind die Entscheidungswege in den Regionen bis hinauf zur Zentrale vorgegeben, d.h. in bestimmtem Größenordnungen spielt dieses Regionalprinzip eigentlich keine Rolle, sondern es kommt letztlich auf die Filiale vor Ort an. Ablehnungen mögen manchmal mit Weisungen von höherer Stelle begründet werden. Daher haben Sie nicht ganz unrecht mit Ihrer Feststellung.

Leser: Gibt es eine Unterstützung des Arbeitsamtes, wenn ein künftiger Franchise-Nehmer aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis startet?

Autor: Sofern er arbeitslos ist und eine sog. Ich-Ag gründet, kann er für eine Übergangszeit Hilfe vom Arbeitsamt bekommen. (Infos www.bmwi.de, Existenzgründer, Ich-AG). Natürlich könnte er mit einem Nebenerwerbsbetrieb starten. In verschiedenen Förderprogrammen wird diese Möglichkeit angeboten. Bitte verweisen Sie Interessenten an die Hausbank/Kammer oder an ein Förderinstitut direkt.

Autor: Liebe Teilnehmer, haben Sie bitte Verständnis, dass ich die Sitzung schließen muss. Bisher eingegangene Fragen werde ich selbstverständlich beantworten. Vielen Dank für Ihr Interesse an dieser Fragestunde.

Leser: Warum führt der Weg zu den Förderprogrammen des Bundes und der Länder weiterhin über die Hausbanken? Warum dieser Umweg, wenn er so häufig in einer Sackgasse landet?

Autor: Im Förderbereich gilt bisher das Hausbankenprinzip, was letztlich auch mit der Kenntnis vor Ort zusammenhängt. Ein Direktgeschäft der Förderinstitute würde u.a. auch den Aufbau eines Filialnetzes bedeuten. Ausserdem ist in der Mehrzahl der Fälle bisher die Hausbank in der Lage, das Förderdarlehen im eigenen Obligo auszureichen, benötigt also keine Entlastung des Kreditobligos. Eine ordentliche Margenregelung zwischen den Förderinstituten und den Hausbanken löst so manches Problem, ausserdem entlasten vor Ort in den einzelnen Ländern die Bürgschaftsbanken die Hausbanken bis zu 80% des Kreditobligos.

Leser: Wie attraktiv müssen die Konditionen für die Hausbanken noch werden, wenn ihnen doch die Bürgschaftsbanken bereits 80% ihres Risikos abnehmen?

Autor: Das fragen wir uns natürlich auch manchmal, aber hier entscheidet nicht immer unsere Bürgschaftsübernahme allein. Mitentscheidend ist das oft bereits schon bestehende Engagement der Bank/Sparkasse im Einzelfall, bei Inanspruchnahmen von Förderprogrammen auch die Margen zwischen den eingeschalteten Instituten. Und last but not least eben auch die vom einzelnen Institut eingeschlagene Geschäfts- und Kreditpolitik oder die Bereitschaft, Gründerfinanzierungen (welche, wieviel, aus welchen Branchen?) zu bewerkstelligen.

Leser: Warum liegen die Konditionen für Förderdarlehen eigentlich deutlich über denen für Hypothekendarlehen? Sie werden doch sogar vom Staat subventioniert?

Autor: Die Konditionen im Förderbereich darf man nicht unbedingt mit Hypothekendarlehen vergleichen. Sie liegen i.d.R. deutlich unter (z.Zt. je nach Programmen oft zwischen 4 und 5%bzw. 6% p.a.) den Konditionen bankeigener Kredite. Ausserdem müssen staatliche Programme i.d.R. bei der EU notifiziert werden und dürfen bestimmte Subventionswerte nicht überschreiten.

Leser: Welche Unterstützung sollte ein Franchisegeber seinem neuen Partner für das Bankengespräch und die Geschäftsplanung bieten?

Autor: Ausführliche Informationen über das System selbst, über Umsatz-und Ertragszahlen vergleichbarer FN-Betriebe, eine Standort- oder Marktanalyse, Kreditgeber interessiert es auch, wieviele Betriebe schon aus welchen Gründen aufgegeben haben. Ausserdem sollte eine Aussage gemacht werden, wielange es dauern wird, bis i.d.R. der break-even erreicht werden kann. Auch die Kosten für das Gründungsvorhaben und die Planzahlen sollten mit der Zentrale abgestimmt sein. Zu hohe Franchisegebühren bzw. lfd. Gebühren an den FG stossen häufig auf Unverständnis, auch dazu sollte man eine plausible Erklärung parat halten.

Leser: Ist es für Arbeitslose nicht günstiger, Überbrückungsgeld in Anspruch zu nehmen als eine Ich-AG fördern zu lassen ?

Autor: Nun, da stellt sich natürlich die Frage, wie hoch der Finanzbedarf ist bis wirklich soviel verdient werden kann, dass man davon nicht nur leben, sondern auch seine Verpflichtungen erfüllen kann. Daher empfehle ich eine umsichtige und detaillierte Planung des beabsichtigten Vorhabens, evtl. unter Einschaltung eines seriösen Gründungsberaters. Die Erstellung, wenn auch eines kleinen Business-Planes ist gar nicht so abwegig, denn man befasst sich einmal mit all den Dingen, die für eine spätere Unternehmensführung und -entwicklung notwendig sein werden. Und dann zeigt sich auch sehr schnell, welcher Weg als der voraussichtlich richtige eingeschlagen werden soll.

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