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Migranten - Selbstständigkeit und Franchising

Migranten machen sich deutlich häufiger selbstständig als Einheimische. Dieser Satz allein hat eine enorme Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und insbesondere auch für die deutsche Franchise-Wirtschaft. Auch in Folge der demografischen Entwicklung wird die hiesige Wirtschaft zunehmend auf Gründer mit Migrationshintergrund angewiesen sein. Es stellt sich die Frage, warum Migranten so viel häufiger den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. 

Gründungsmotivation für Migranten

Neuere Studien (siehe auch weiterführende Links) sehen im ausgeprägten Gründungsverhalten von Menschen mit Migrationshintergrund eine Reaktion auf schlechtere Bedingungen am Arbeitsmarkt. In den Medien werden diese Gründungen – oft „getrieben“ oder „Notgründung“ genannt – zu Unrecht als minderwertig dargestellt, denn sie scheitern keinesfalls häufiger. Die Gründe für schlechtere Chancen bei der Arbeitssuche können vielfältig sein. Schlechtere Sprachkenntnisse, die Nicht-Anerkennung im Ausland erreichter Bildungsabschlüsse oder aber Diskriminierung sind dafür nur einige Beispiele. Dem KfW Gründungsmonitor 2011 zu Folge sind unter den Gründern mit Migrationshintergrund  vor allem die „Nicht-EU-Ausländer“ besonders stark vertreten, was wiederum auf das Problem nicht-anerkannter Abschlüsse hinweist. Für EU-Ausländer ist der Zugang zum Arbeitsmarkt leichter, wie auch die neue Regelung zur Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa seit dem 1. Mai zeigt.

Die meisten Migranten, die in Deutschland leben, verfügen über Vorerfahrungen und mentale Voraussetzungen, die sie für eine Selbstständigkeit besonders geeignet machen. Denn indem sie ihr Heimatland in der Hoffnung auf ein höheres Einkommen und ein besseres Leben verlassen und einen Neuanfang in Deutschland gewagt haben, verfügen sie über Merkmale wie Ehrgeiz, geringere Risikoaversion und eine hohe Leistungsbereitschaft. Allesamt Merkmale, die erfolgreiche Gründer vorweisen. Nicht zuletzt gibt es im eigenen kulturellen Umfeld der Migranten oftmals auch viel mehr Vorbilder, die eine Selbstständigkeit gewagt haben, als das bei Deutschen der Fall ist.

Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit

Deutsche Staatsangehörige und Bürger aus Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EU plus Norwegen, Island, Liechtenstein) haben durch das Grundgesetz einen gewährleisteten Zugang zu beruflicher Selbstständigkeit. Ausländer, die über eine Aufenthaltsberechtigung bzw. einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis ohne Auflagen verfügen, können sich unter den gleichen Bedingungen wie deutsche Staatsangehörige selbstständig machen. Aufenthaltsgenehmigungen, die befristet sind, nur einem bestimmten Zweck dienen oder mit einer Auflage, die die Gründung verbietet, versehen sind, sind keine Basis für eine Selbstständigkeit in Deutschland.

Ausländer dürfen aber bei der zuständigen Ausländerbehörde einen Antrag auf Änderung bzw. Aufhebung der Auflagen stellen. Ein formloses Anschreiben, das das Gründungsvorhaben beschreibt, reicht aus. Die Ausländerbehörde schaltet dann die IHK oder HWK ein, die wiederum den Antragsteller zu einem persönlichen Gespräch bittet um das Vorhaben beurteilen zu können. Folgende Voraussetzungen muss der Antragsteller erfüllen:

  • Es besteht ein „übergeordnetes wirtschaftliches Interesse“ oder ein „besonderes örtliches Bedürfnis“ besteht
  • Die Selbstständigkeit lässt positive Auswirkungen auf die Wirtschaft erwarten
  • Die Finanzierung ist gesichert

Die hier wiedergegebenen Angaben haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollen lediglich einen ersten Überblick verschaffen. Die DIHK bezieht zu der Problematik der bürokratischen Hürden deutlich Stellung indem sie fordert, Unternehmensgründungen für Migranten aus Nicht-EU-Ländern zu erleichtern und das Berufsanerkennungsgesetz umzusetzen. Die Finanzierung zu sichern, ist für Migranten offenbar ein kritischer Punkt: Der KfW Gründungsmonitor 2011 belegt, dass Nicht-EU-Ausländer Finanzierungsschwierigkeiten haben. 

Migranten und Franchise-Systeme profitieren voneinander

Die Existenzgründung mit einem Franchise-System bietet für viele Gründertypen und -gruppen Vorteile. Speziell für einige Probleme oder Hürden, die sich Migranten bei einer Existenzgründung oft stellen und die bereits thematisiert wurden, kann die Partnerschaft mit einem etablierten Franchise-System Abhilfe schaffen. So spielen zum Beispiel in Deutschland nicht offiziell anerkannte Berufs- oder Universitätsabschlüsse beim Eintritt in ein Franchise-System eine untergeordnete Rolle. Schließlich sind die meisten Franchise-Systeme auch für Quereinsteiger geeignet, da das nötige Wissen intern vermittelt wird.

 Ein erprobtes Geschäftskonzept erleichtert zudem die Kreditvergabe bzw. Finanzierung des Gründungsvorhabens. Eventuelle Vorurteile gegenüber der Nationalität eines Antragstellers könnten durch eine starke Marke und die Unterstützung des Franchise-Gebers, der zu diesem Zweck auch beim Banktermin dabei sein könnte, aufgehoben werden.

Allgemein erscheint die Kombination eines speziellen kulturellen Backgrounds beim Gründer und eines etablierten Geschäftskonzepts auf Seiten des Franchise-Gebers sinnvoll. Ein Franchise-Nehmer mit Migrationshintergrund kann neue Kundenkreise erreichen. Der Franchise-Geber kann eine Stütze in bürokratischen Angelegenheiten sein. Wie schon Herr Bakir, Geschäftsführer der TD-IHK, im Interview betont, könnten Franchise-Systeme gezielter auf Migranten als potentielle Franchise-Nehmer eingehen. Gezielte Werbung in entsprechenden Medien und Unterstützungsangebote bei spezifischen Problemen könnten erarbeitet werden. Besonders im Hinblick auf die langwierige und schwierige Suche nach Franchise-Partnern, sollte die stark ausgeprägte Gründungsmentalität von Migranten im eigenen Sinne nicht ignoriert werden. Dies gilt insbesondere für Systeme der Bereiche Handel und Gastronomie, denn diese Branchen sind laut einer Umfrage des DIHK besonders interessant für Migranten.

Weiterführende Links zum Thema

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