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Systemaufbau Schritt für Schritt – so gelingt das Franchising

Der Traum von der Selbstständigkeit kann zum Alptraum werden, wenn sich die Interessenten im Vorfeld nicht genügend informiert und/oder das falsche Geschäftsmodell gewählt haben. Franchise ist zwar kein Erfolgsgarant, in manchen Fällen aber ein sicherer Weg, nimmt der Neu-Selbstständige so doch an einer bereits funktionierenden Geschäftsidee teil und darf aus dieser einige Vorteile genießen: Von einem schnellen Markteinstieg über die Einstiegserleichterungen, die der Franchisegeber bietet bis hin zum Gebietsschutz, der normalerweise von einem Franchise-Unternehmen garantiert wird.


Ein neues Franchise-Unternehmen aufbauen
Wer nicht Teil eines bestehenden Franchise-Unternehmen werden möchte, weil er sich als Franchise-Nehmer beispielsweise an bereits vorgegebene Vorschriften und Pläne halten muss, dem steht es frei, ein eigenes Franchise-System zu gründen. In diesem Fall gilt: Gute und umfassende Planung und unter anderem folgende wichtige Aspekte beim Aufbau beachten.

1. Die Entwicklung der Geschäftsidee
Der erste Schritt auf dem Weg zum Aufbau des eigenen Franchise-Unternehmens ist die Entwicklung einer Geschäftsidee. Nicht jede Idee eignet sich hierzu. Ein Geschäftskonzept, bei dem die Kunden von einem zentralen Standort aus bedient werden können, ist eher ungeeignet. Sind Unternehmen hingegen bei  ihrer Expansion auf mehrere regionale und lokale Standorte angewiesen, kann sich der Aufbau eines Franchise-Systems lohnen.


Eine intensive Prüfung des eigenen Konzeptes ist unbedingt zu empfehlen. Dabei sollten sich folgende Fragen gestellt werden: Ist die Geschäftsidee neu und innovativ, hat sie sich bereits bewährt oder ist sie lediglich „alter Wein in neuen Schläuchen“? Ist die Geschäftsidee wirklich bis ins Detail ausgearbeitet? Hat das Franchise-System Vorreiter und/oder sind potentielle Nachahmer bereits im Vorfeld zu erkennen? Wie viel interne und externe Konkurrenz gibt es? Ist die Geschäftsidee in einem Zukunftsmarkt angesiedelt? Verfügt sie über das Potential, ein Grundbedürfnis einer bestimmten Zielgruppe dauerhaft zu erfüllen und zu erweitern oder folgt sie eher einem zeitlich begrenzten Trend?

Wer tatsächlich mit dem Gedanken spielt, ein Franchise-System aufzubauen, sollte sich einige dieser Fragen unbedingt im Vorfeld stellen.


2. Prüfung des Kapitals
Wer sich ein Franchise-Unternehmen aufbauen möchte, muss mit erheblichen Kosten rechnen. Die benötigten finanziellen Mittel können mittels Eigenkapital oder Fremdkapital bereitgestellt werden. Es ist zu prüfen, unter welchen Bedingungen ein Kredit aufgenommen werden kann und ob gegebenenfalls Zuschüsse vom Staat in Anspruch genommen werden können. Ein spezialisierter Franchise-Berater hilft bei der Aufstellung eines Finanzplans.


3. Marktanalyse
Vor dem Start sollten der Markt und die primäre Zielgruppe analysiert werden. Eine umfassende und intensive Marktforschung sollte in Auftrag gegeben werden, um vor allem folgende Aspekte zu ermitteln: Zielgruppe, Preisentwicklungen, Informationen über Konkurrenten, Verfügbarkeit von Franchise-Partnern sowie Standortermittlung. Mithilfe dieser Daten ist es für einen zukünftigen Franchise-Unternehmer deutlich einfacher, das Konzept konkret zu planen und später umzusetzen.


4. Namen schützen lassen
Wenn die bisherigen Schritte erfolgreich umgesetzt wurden und feststeht, dass das Franchise-Unternehmen tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, ist der nächste Schritt die Namensfindung. Hier ist zu ermitteln, ob der gewünschte Name bereits als Patent eingetragen ist.   Zu empfehlen ist dann den gewählten Namen zum Patent anzumelden als Schutz gegen Markenverstöße. Die Patentanmeldung erfolgt beim Patentamt. Weitere Informationen hierzu gibt das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE).


5. Erstellung des Franchise-Paketes
In das Franchise-Paket werden die Aspekte aufgenommen, die der Franchise-Geber in Zukunft dem Franchise-Nehmer anbieten möchte. Das Franchise-System wird hier als prägende Marke kreiert. Dies umfasst detaillierte Planungen hinsichtlich der Beschaffung der Produkte bzw. Dienstleistungen, den Umfang und die Tiefe des Sortiments sowie Vermarktungsmaßnahmen und die Wahl der Standorte. Es wird festgehalten, wie der Betrieb aufgestellt werden soll, welche Aufgabengebiete zu besetzen sind, auf welchem Weg welche Waren beschafft und wie diese ausgeliefert werden. Im Gesamtpaket erstrecken sich die Maßnahmen auf alle wichtigen Bereiche des Franchise-Systems: Betriebsorganisation, Finanzplanung, Unternehmenskommunikation und Marketing.


Außerdem sollte die gewünschte oder zur Verfügung gestellte Ausrüstung im Franchise-Paket einen Platz finden. Sind bestimmte Einrichtungsgegenstände erwünscht, wird beispielsweise die Büroausstattung samt Computer, Drucker und Schreibtisch gestellt? Grundsätzlich ist diese Art des „Feintunings“ wichtig, schließlich müssen Rechnungen fristgerecht bearbeitet oder Werbemaßnahmen zeitnah umgesetzt werden.  Zu einer akkuraten Planung gehört auch die Aufstellung der Betriebskosten.


Hierzu ein Beispiel für die Kostenersparnis bei der Büroausstattung: Ein geringerer Papier- und Tintenverbrauch beim Drucken lässt sich durch moderne Geräte und clevere Maßnahmen wie Nachfüllpatronen minimieren. Markenhersteller verfügen auch über kostengünstige Patronen, darunter Hersteller wie Brother, für den bei TonerUp Druckerpatronen für mehr als 40 Modelle online bestellbar sind. Es kann auch Sinn machen, diesen Aspekt auszulagern, sodass die Büroarbeit komplett über einen Vertragspartner läuft, etwa mithilfe eines „virtuellen Büros“.


6. Erstellung des Franchise-Vertrages
Der Franchise-Vertrag bildet die rechtliche Basis zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer und ist somit unumgänglich. Der Franchise-Geber sollte wissen, was er auf jeden Fall in diesem Vertrag stehen soll – beispielsweise die Finanzierung. Es sollte auf jeden Fall ein sachkundiger und spezialisierter Anwalt aufgesucht werden, um einen rechtlich einwandfreien Vertrag mit allen wichtigen Daten zu erstellen.


7. Pilotbetrieb
Um in Zukunft potentielle Franchise-Nehmer von der Idee überzeugen zu können, sollte es bereits mindestens einen Betrieb mit diesem System geben. Ist dies nicht der Fall, ist das Geschäftskonzept in einem Pilotbetrieb hinsichtlich der Umsetzbarkeit auf dem jeweiligen Markt zu überprüfen. Im Anschluss weiß der zukünftige Franchise-Nehmer, ob das System funktioniert und an welchen Stellen Verbesserungen notwendig sind.


8. Suche nach Franchise-Nehmern
Hat sich der Pilotbetrieb etablieren können – hierzu werden in der Regel etwa zwei Jahre veranschlagt – kann die Suche nach einem oder mehreren Franchise-Nehmern beginnen. Hierzu ist es ratsam, ein Anforderungsprofil für die Auswahl der Partner zu erstellen.

• Tipp: Besonders attraktive Branchen
Theoretisch ist ein Franchise-Unternehmen in allen Branchen denkbar. Der Erfolg bestimmter Franchise-Geber der letzten Jahre zeigt aber, dass vor allem im Bereich Nahrungsmittel bzw. Fast Food die Geschäftsidee gut läuft. Doch auch Dienstleister und Händler konnten sich in anderen Branchen und Zukunftsmärkten, wie beispielsweise Gesundheit und Pflege, etablieren.

Abbildung 1: pixabay.com © stevepb (CC0 1.0)
Abbildung 2: Commons.wikimedia.org © Raimond Spekking CC-BY-SA 4.0
Abbildung 3: pixabay.com © SplitShire (CC0 1.0)

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