Firmengründung im Franchise-Glossar Vom Wunsch über die Geschäftsidee bis zur Geschäftseröffnung


Was ist eigentlich eine Firmengründung?

Definition: Die Firmengründung beschreibt im Lebenszyklus einer Firma deren „Geburt“, während der vorbereitende Planungsprozess oft den schmerzhaften „Geburtswehen“ entspricht. Nicht jede Firmengründung ist dabei gleichbedeutend mit einer Existenzgründung oder Neugründung.

 

Verschiedene Arten der Firmengründung

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird nicht immer klar differenziert. Diesem Zweck dient die folgende Übersicht:

  • Der Begriff der Unternehmensgründung wird vorwiegend für die Gründung größerer Unternehmen verwendet. Meist wird in diesem Fall die Rechtsform der Kapitalgesellschaft gewählt.
  • Bei einer Existenzgründung handelt es sich um den Schritt eines Gründers oder Gründerteams in die berufliche Selbstständigkeit. Sie umfasst sowohl gewerbliche als auch freiberufliche Gründungen umfasst. Solche kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) werden meist als Einzelunternehmen oder im Fall von Gründerteams als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet.
  • Eine Sonderform unter den Gründungen stellt die Ausgliederung bzw. Abspaltung von Unternehmensteilen in eigenständige Rechtskörper dar, die als Ausgründung (englisch: Spin-Off) bezeichnet wird.
  • Ein weiterer Sonderfall sind Start-up-Unternehmen (alternative Schreibweise: Startup-Unternehmen). Startup-Unternehmer streben den Aufbau innovativer, schnell wachsender Unternehmen für einen gewinnbringenden Verkauf an Investoren oder am Aktienmarkt an. Der Begriff wird auch als Synonym für Gründungen in technisch-innovativen Branchen verwendet, z.B. im Bereich digitaler Medien.
  • Weitere Firmengründungen erfolgen im Rahmen von Übernahmen, Umwandlungen und Fusionen sowie im Franchising.


Erfolgreich gründen: In 8 Schritten zur eigenen Firma

Die Firmengründung kann wie jede Existenzgründung in acht Schritte zusammengefasst werden. Sie reichen von der Persönlichkeitsprüfung über die Aneignung von Gründerwissen, die Wahl der Unternehmensform, die Businessplan-Erstellung, die Begleitung durch Unternehmensberater und die Kreditverhandlungen bis hin zur Geschäftseröffnung.

  1. Persönlichkeits-Check: Sind Sie ein Unternehmertyp?
  2. WAS gründen: die Geschäftsidee, das Geschäftskonzept
  3. Gründung absichern: Existenzgründerseminar und Unternehmensberatung
  4. Kapitalbeschaffung: Finanzplan und Businessplan
  5. Erste Hürde meistern: Aufs Bankgespräch gut vorbereiten!
  6. Gründung „abschließen“: Rechtsform wählen
  7. Geschäftseröffnung vorbereiten: Konten einrichten, Versicherungen abschließen, Mitarbeiter gewinnen
  8. Marketing starten: erste Kunden akquirieren

 

Gründer-Schritt 1: Persönlichkeits-Check

Sind Sie ein Unternehmertyp? Seien Sie selbstkritisch!

Jede Unternehmensgründung sollte mit der Frage beginnen, ob die persönlichen Konsequenzen einer Selbstständigkeit für Sie wirklich erwünscht sind und ob Sie über die richtigen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften für die jeweilige Start-up verfügen.

Als Existenzgründer haben Sie keinen „Nine-to-five-Job“ mehr! Erfüllen Sie die körperlichen Voraussetzungen, um über längere Zeiträume hinweg lange Arbeitstage zu meistern? Und sind Sie als Gründer bereit, Ihr Privat- und Familienleben zumindest phasenweise dem eigenen Unternehmen unterzuordnen? Sie werden sich 50, 60 oder mehr Stunden pro Woche engagieren müssen. Gerade aus diesem Grund müssen Partner und Familienmitglieder Ihr Gründungsvorhaben mittragen. Ihre Partnerschaft sollte diese Gründungs-Belastung überstehen.

Sind Sie sich auch des Risikos und der Verantwortung einer Existenzgründung vollständig bewusst? Verfügen Sie als Existenzgründer über das grundlegende betriebswirtschaftliche Know-how für die selbstständige Existenz? Sind Sie als Gründer bereit, den mit der Selbstständigkeit verbundenen Konkurrenzdruck auf sich zu nehmen?

Konnten Sie schon immer gut verkaufen, Menschen überzeugen und begeistern? Dies ist Ihre vielleicht wichtigste Qualifikation als Unternehmer. Eine weitere heißt: Organisationstalent. Können Sie sich und Ihre Arbeit gut strukturieren? Auch und erst recht, wenn Sie viel um die Ohren haben? Beherrschen Sie Zeitmanagement?

Last but not least: Sind Sie von Ihrer Geschäftsidee vollkommen überzeugt? Sind Sie ein Mensch, der sich bisher von Rückschlägen nicht entmutigen ließ, erfolgreich „weitergekämpft“ und Ziele erreicht hat?

Sollten Sie sich selbstständig machen? Führen Sie den Selbsttest durch. Existenzgründer und potenzielle Franchise-Gründer finden Checklisten und Persönlichkeitstests in der Rubrik Gründerwissen auf FranchisePORTAL. Laden Sie hier unsere Persönlichkeits-Checkliste für Existenzgründer herunter.

 

Gründer-Schritt 2: WAS gründen – die Geschäftsidee, das Geschäftskonzept

Haben Sie die brillante Geschäftsidee, bei der Sie wissen, Sie haben die „Nase vorn“ vor der Konkurrenz? Möchten Sie unter Ihrem eigenen Namen gründen, Ihre eigene Marke etablieren und Ihre Entscheidungen ganz souverän treffen, ohne dass andere mitreden? Gründen Sie Ihr eigenes Einzel-Unternehmen.

„Das kann ich besser“ …. solch eine Aussage oder Denkweise kann die Motivation hinter einer Firmengründung sein. Der Gründer möchte sein Unternehmen als Qualitätsführer positionieren. Mit dem Versprechen „das geht auch günstiger“ impliziert er oder sie einen anderen klaren Kundenvorteil, den Preis. „Das bietet ja noch gar keiner an“ offenbart ein Alleinstellungsmerkmal – typischerweise für einen Nischenmarkt.

Es bleibt die Aufgabe, aus der Geschäftsidee ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Das Marktpotenzial und die Marktsituation lassen sich durch Marktanalysen ermitteln. Bei der Erarbeitung des Geschäftsmodells empfiehlt sich die Hilfe von Gründer-Coaches mit ihrer Erfahrung in Unternehmensaufbau und Management. Ein hilfreiches Tool bei der Ausarbeitung des Geschäftsmodells bietet die Methode „Business Model Canvas“ des Schweizer Unternehmers, Dozenten und Autors Alexander Osterwalder, das im Folgenden beschrieben wird.

 

Das Business Model Canvas für die Firmengründung

Auf einem großen Papierbogen (z.B. im Format DIN A0) werden neun Felder eingezeichnet und jeweils mit den Schlüsselfaktoren tituliert:

  • Schlüssel-Partner: Wer sind strategische Partner für Synergien und die Verteilung der Risiken auf mehrere Schultern?
  • Schlüssel-Aktivitäten: Welche Tätigkeiten sind notwendig, welche können ausgelagert werden?
  • Nutzen-Versprechen: Welchen Bedarf hat die Zielgruppe? Welchen Kundennutzen oder welchen USP bietet das Produkt?
  • Kunden-Beziehung: Wie werden die Kunden gewonnen? Werden sie persönlich betreut – oder z.B. via Internet?
  • Kunden-Arten: Wer bildet die Zielgruppe: Ist es ein Massen- oder oder ein Nischenmarkt?
  • Schlüssel-Ressourcen: Welche Mittel sind für die Produktion oder Dienstleistung unverzichtbar?
  • Vertriebs- und Kommunikations-Kanäle: Wie werden die Kunden akquiriert?
  • Kosten: Welches sind die wichtigsten Ausgaben, ohne die das Geschäftsmodell nicht funktioniert?
  • Einnahmequellen: Soll die Firmengründung von Einmalzahlungen oder Dauereinnahmen etwa durch Abonnements oder Serviceverträge leben?

 

Die Stichworte zu diesen Fragestellungen werden auf Klebezetteln notiert und in die neun Felder geklebt. Die Ergebnisse sollten eine erste Struktur für Schritt 2 bilden: den Businessplan.

 

Alternative zur eigenen Geschäftsidee: Franchising

Neu-Gründung, Franchise-Gründung oder Unternehmensnachfolge – entscheiden Sie! Wer das „Rad nicht neu erfinden“ und auf ein bereits erfolgreiches Konzept setzen möchte, kann sich mittels einer Franchise-Geschäftsidee selbstständig machenAls Existenzgründer können Sie viele Probleme und Risiken vermeiden, die der Weg in die Selbstständigkeit im Alleingang mit sich bringt, wenn Sie ein fertiges Franchisekonzept erwerben. 

In der Virtuellen Messe auf FranchisePORTAL stellt sich eine große Zahl an Franchisesystemen vor, die Franchisenehmer suchen. Siehe Kapitel „Franchise-Existenzgründung“.

 

Weitere Option für Gründer: die Unternehmensnachfolge

Haben Sie schon einmal über eine Unternehmensnachfolge nachgedacht? Laut Annahmen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) standen bzw. stehen zwischen 2014 und 2018 mehr als 135.000 Unternehmen zur Nachfolge an.

In der alternden Gesellschaft gibt es ein Überangebot an Unternehmen (z.B. Familienbetrieben), die einen „neuen Chef“ suchen! Ihr Vorteil: Sie übernehmen einen etablierten Betrieb mit Kundenstamm und erfahrenen Mitarbeitern. Die Nachteile liegen in der schwierigen Errechnung eines realistischen Kaufpreises (was ist ein Unternehmen wirklich wert?) und in der Tatsache, dass Sie sich in ein bereits bestehendes System einfügen.

 

Bevorzugen Sie eine Gründung mit System?

Wenn Sie sich für eine Existenzgründung interessieren, aber noch keine passende Geschäftsidee gefunden haben, sollten Sie mal unser Matching Tool ausprobieren! Hier erhalten Sie individuelle Vorschläge, die zu Ihren Angaben passen. Vielleicht passt ja ein Franchise- oder Lizenzsystem perfekt zu Ihnen und Ihren Vorstellungen einer Existenzgründung! Im Rahmen der Unternehmensnachfolge werden mitunter auch bestehende Franchise-Betriebe angeboten, dazu bietet das Portal Unternehmer-gesucht spezielle Angebote.

 

Gründer-Schritt 3: Gründung absichern

Existenzgründerseminar und Unternehmensberatung

Haben Sie schon einmal ein Unternehmen aufgebaut? Wissen Sie, wie man ein Unternehmen führt? Welche Rechtsformen ist für Ihre Existenzgründung die richtige? Als Unternehmer brauchen Sie Kenntnisse aus den Bereichen Kaufmännisches, Betriebswirtschaft, Management und Rechtsformen, die Sie als Arbeitnehmer kaum oder nur marginal erworben haben dürften. Eine erste Einführung bieten Existenzgründerseminare.

 

Unterstützung bei der Existenzgruendung

Gerade weil Existenzgründungen ein so komplexes Vorhaben darstellen, sollten Jungunternehmer den Weg zu Hilfsangeboten und Beratern nicht scheuen. Spezielle Hilfe für Existenzgründer gibt es inzwischen auf allen Ebenen: sei es von Ministerien, Industrie- und Handelskammern (IHK), Handwerkskammern (HWK), lokalen Existenzgründungsbüros, Gründungsberatern oder Verbänden. Viele Einrichtungen unterstützen Existenzgründungen zumindest in der Anfangsphase auch kostenlos.

 

Gründung „absichern“: Unternehmensberater involvieren!

Wissen Sie, wie Sie Ziele und Strategien festlegen? Wie Sie einen Businessplan schreiben, vor Bankberatern auftreten, eine Geschäftseröffnung durchplanen und ein Unternehmen samt Mitarbeiter führen? Sicher nicht. Sie sind Profi in Ihrem operativen Geschäft, aber kaum als Existenzgründer. Hier kommt der Gründungsberater ins Spiel. Er begleitet Existenzgründungen täglich, sie sind sein Kerngeschäft. Rechnen Sie mit Honoraren im mittleren vierstelligen Bereich. Sie schützen Sie vor noch kostspieligeren Starter-Fehlern und juristischen Fallstricken. Wussten Sie, dass die Gründungsberatung durch spezielle staatliche Programme finanziell gefördert werden kann?

Der Weg zu Gründungsberatung lohnt sich aber nicht nur, um die ganze Komplexität einer Existenzgründung kennen zu lernen. Sie kann sich auch in barer Münze auszahlen. Denn Gründungsberater kennen meist auch diverse Fördertöpfe, die den Start in die Selbstständigkeit bzw. die Gründungsfinanzierung erleichtern können. Fördermöglichkeiten für Existenzgründungen gibt es auf lokaler, regionaler, nationaler, ja sogar EU-weiter Ebene. Existenzgründer sollten besonders hier aufmerksam sein und alle Chancen nutzen. Denn gerade zu Beginn einer Gründung kann es zu finanziellen Engpässen kommen. Und die können am einfachsten überbrückt werden, wenn die Finanzierung für die eigene Existenzgründung auf festen Füßen steht.

 

Gründer-Schritt 4: Kapitalbeschaffung

Finanzplan und Businessplan

Keine Firmengründung ohne Kapital und Finanzplan! Zur Finanzierungsplanung gehören der Investitionsplan, der Umsatz- & Kostenplan sowie der Liquiditätsplan. Ist der Kapitalbedarfsplan für die Investitionskredite und ggf. erste Betriebsmittelkredite errechnet, muss eine Liste der Sicherheiten aufgestellt werden. Üblicherweise verlangen die Banken rund 15 bis 25 Prozent der Kreditsumme als Sicherheiten bzw. Eigenkapital. Diese können durch Fördermittel aufgestockt werden. Mehr Informationen hierzu siehe Unternehmensfinanzierung.

Übrigens: Warum scheitern Existenzgründer? Am häufigsten nicht wegen Überschuldung, sondern wegen Unterfinanzierung.

Laut der Risikokapital-Datenbank CB Insights gehen junge Unternehmen insolvent wegen Unterfinanzierung von Anfang an oder aufgrund zu hoher Kapitalschulden und Ausgaben bei unzureichender Finanzplanung (Quelle: Online-Portal selbststaendigkeit.de). Lesen Sie dazu auch den Beitrag „Woran scheitert die Mehrzahl der Startups?" im Ratgeber unseres Schwesterportals sowie den Artikel Hürden und Hindernisse bei der Unternehmensgründung" hier im FranchisePORTAL.

 

Von der Geschäftsidee zum erfolgreichen Geschäftskonzept: So entsteht Ihr Businessplan!

Möchten Sie so fachmännisch gründen wie Sie arbeiten? Für Ihre Gründung mit Perspektive benötigen Sie einen professionellen Businessplan. Im Businessplan wird aus ihrer Geschäftsidee ein konkretes Konzept.

 

Was gehört in den Businessplan?

In Ihrem Businessplan beschreiben Sie detailliert Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung mit Alleinstellungsmerkmal und Kundennutzen. Sie grenzen Ihre Kern-Zielgruppe ein, fügen Ergebnisse Ihrer Marktanalysen und ein prognostiziertes Marktpotenzial ein, legen Ihre Unternehmensziele und Ihre Marketing-Strategie fest und – einer der wichtigsten Punkte – fügen die fundierte Finanzierungsplanung in Kurzform ein.

Ein Executive Summary gehört ebenfalls in den Businessplan. Diese Zusammenfassung dient Geldgebern als „Türöffner“ zum Weiterlesen und dem Neu-Unternehmer als Grundgerüst für die erfolgreiche Eigenpräsentation vor Bankberatern sowie möglichen Investoren oder strategischen Geschäftspartnern.

 

Warum ist der Businessplan unverzichtbar?

Zum einen ist die Erstellung des Businessplans für die meisten Gründer die erste eingehende Beschäftigung mit ihrem Geschäftskonzept und dessen Erfolgsaussichten. Zum anderen dient Ihnen der Businessplan als Guideline für die Existenzgründung, den Geschäftsaufbau und die ersten zwei oder drei Geschäftsjahre. Das wichtigste Argument: Nur mit einem überzeugenden Businessplan gewinnen Sie Geldgeber oder Partner! Er dient als „Bewerbung“ bei den Banken für die Gründungskredite.

 

Wie viel Seiten hat der Businessplan?

Je nach Größenordnung des Gründungsvorhabens haben Businesspläne üblicherweise Umfänge von etwa 25 bis 60 Seiten, sie können bei Klein-Gründungen aber auch deutlich geringer ausfallen.

 

Wer hilft beim Businessplan?

Ein Tipp: Gründer-Coaches helfen bei der Erstellung eines professionellen Businessplans. Für ihre Dienste gibt es Beratungsförderung sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand. Gründen Sie in einem Franchise-System? Dann bieten Ihnen die meisten Franchisegeber Unterstützung bei der Businessplan-Erstellung – aus ihrem Erfahrungsschatz und z.B. durch Vorlagen/Templates.

 

Gründer-Schritt 5: Erste Hürde meistern – aufs Bankgespräch gut vorbereiten!

Kommen wir zum nächsten Punkt: Finanzierung und Fördermittel beantragen. Ihr Businessplan steht. Sie kennen Ihren Kapitalbedarf an Eigen- und Fremdkapital. Sie wissen, welche Fördermittel Ihre Finanzierung unterstützen können. Ihr Gründungsberater hat Sie auf die Erwartungshaltung der Kreditgeber vorbereitet. Jetzt ist es an Ihnen, den ersten Punktsieg zu landen: Bereiten Sie sich akribisch auf das Bankgespräch vor. In Zeiten restriktiver Kreditvergabe – Stichwort Basel IV – erhalten nur die überzeugendsten Präsentationen den Zuschlag.

 

Mit dem Gründungs-Berater zur Bank

Gründungsberater begleiten die Antragsteller gern auf das für sie oftmals neue Terrain dieser Art von Bankgesprächen. Sie beraten sie auch zum Thema Fördermittel, welche über die Hausbanken beantragt und von den öffentlichen Förderbanken wie der KfW bereitgestellt werden.

 

Alternative Gründer-Finanzierung

  • Erfolglos bei den Kreditanträgen? Stuft Ihre Bank Ihre Existenzgründung als zu risikoreich ein? Gerade bei Start-ups in innovativen Technologiebranchen können die Bankberater die Erfolgschancen oft nur schwer einschätzen. Denken Sie über Möglichkeiten der alternativen Unternehmensfinanzierung wie Risikokapital (Venture Capital), Crowdfunding oder Business Angels nach!

 

Gründer-Schritt 6: Gründung „abschließen“ –  Rechtsform wählen

Schritt sechs zur Firmengründung beginnt mit der Entscheidung über die Unternehmensform. Möglich sind Personengesellschaften (z.B. in freien Berufen, früher auch „Ich-AGs“) oder Kapitalgesellschaften wie UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH. Achtung: Die oHG zählt zu den Personengesellschaften, muss aber wie eine Kapitalgesellschaft notariell beurkundet werden. Mehr Informationen: siehe Rechtsformen.

Für Kapitalgesellschafts-Gründer führt nun der Weg zum Notar, um dort unter anderem die Gesellschafterverträge abzuschließen. Mit dem Handelsregistereintrag durch den Notar wird das Finanzamt automatisch über die Firmengründung benachrichtigt. Doch sollten sich Gründer rechtzeitig proaktiv um die Abgabe aller anfallenden Steuererklärungen, Gewerbesteuern oder Umsatzsteuer-Voranmeldungen kümmern. Verspätete Abgaben, die etwa aus „Warten auf Aufforderungen“ entstehen, münden in Säumniszuschlägen und erregen schlimmstenfalls den Verdacht auf Steuerhinterziehung.

 

Gründer-Schritt 7: Geschäftseröffnung vorbereiten – Konten einrichten, Versicherungen abschließen, Mitarbeiter gewinnen

Die heiße Phase der Firmengründung hat begonnen. Je nach Wichtigkeit des Faktors Standort hat die Standortsuche und Standortanalyse bereits stattgefunden, sodass nunmehr die Miet- oder Pachtverträge unterzeichnet oder das/die Grundstücke erworben werden können.

Können Sie mit Geld umgehen wie ein Kaufmann? Spätestens jetzt müssen Sie es. Trennen Sie Privat- und Geschäftskonten, eröffnen Sie mindestens ein Kontokorrentkonto. Behalten Sie Ihre Liquiditätsplanung im Blick.

 

Gründung: von der Gewerbeanmeldung zur Geschäftseröffnung

Zum siebten Schritt der Firmengründung zählt auch die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Ordnungsamt, sofern diese nicht schon vorher erfolgte.

Eine Ausnahme von der Gewerbefreiheit bilden die konzessionspflichtigen Branchen oder erlaubnispflichtigen Gewerbe wie z.B.
Gastronomie, Wach- und Sicherheitsdienste, Ehevermittlung, Immobilienmakler. Wer ein Konzessionsgewerbe betreiben möchte, sollte sich spätestens jetzt um die entsprechenden Genehmigungen bemühen. Zuständig ist häufig die Kreisbehörde.

Ferner empfiehlt es sich, gewerbliche Schutzrechte in Anspruch zu nehmen – z.B. die Patentanmeldung für den Firmen- oder Markennamen. Essenziell ist auch die Domain-Reservierung für den Internetauftritt.

Spätestens nach Abschluss der Gesellschafterverträge sollte das Geschäftskonto eingerichtet werden. Für Kapitalgesellschaften ist es vorgeschrieben. Personengesellschaften trennen damit private und geschäftliche Einnahmen und Ausgaben.

Starten Sie jetzt die Suche nach den Mitarbeitern, die Sie für den Geschäftsstart und die ersten Monate benötigen.

In dieser Phase sollten auch Versicherungen abgeschlossen werden, um das private wie unternehmerische Risiko zu mindern. Als unverzichtbar gelten Betriebshaftpflicht und Rechtsschutz, empfohlen wird unter anderem auch die Berufsunfähigkeitsversicherung.

 

Welche Versicherungen für Existenzgründer brauchen Sie?

Entscheiden Sie sich für die passende Kranken- und Pflegeversicherung: Wägen Sie die Vor- und Nachteile der freiwillig gesetzlichen und privaten Krankenversicherung ab. Schließen Sie die Versicherungen ab, die Sie wirklich brauchen – von Betriebshaftpflicht über Firmenrechtsschutz bis hin zu Berufsunfähigkeit. Und jetzt: Stellen Sie Mitarbeiter ein.

Es folgt die Einrichtungsplanung und Bestückung der Büros oder Produktionsgebäude mit der Geschäftsausstattung. Im Falle einer Firmengründung in Handel oder Gastronomie wird jetzt das Ladenlokal eingerichtet, ein Händler bestellt gegebenenfalls die Erstausstattung an Ware.

Was zu tun bleibt, sind unter anderem vermeintliche Kleinigkeiten wie AGBs definieren oder Impressum fürs Internet schreiben. Darüber hinaus müssen bei Bedarf Kundenverträge vorbereitet (zum Beispiel mittels Musterverträgen) und erste Arbeitnehmer rekrutiert werden. Für viele Handwerksbranchen gilt die Meisterpflicht. Ist der Gründer selbst kein Meister, muss er einen einstellen.

 

Gründer-Schritt 8: Marketing starten – erste Kunden akquirieren

Rechtzeitig vor der Firmengründung sollten Marketing-Aktivitäten und Kampagnen starten. Idealerweise wissen die Kunden bereits vorher, welche Angebote sie ab dem Eröffnungstag erwarten können. Ob klassische Werbung mittels Kampagnen, ob moderne Social-Media-Aktivitäten: Ideal ist eine Verknüpfung der Kanäle. Per Direktwerbung kann in der unmittelbaren Zielgruppe akquiriert werden, ohne Einschränkungen jedoch nur im Bereich Business-to-Business.

Im Vorfeld sollte eine Marketing-Agentur bereits Logo, Claim, Website samt Text sowie die Werbemittel entwickelt haben (siehe Branding/Markenbildung). Nun startet sie die Werbekampagnen.

 

Große Herausforderung für Gründer

Ist die Gründung erst vollzogen, der Laden, das Büro oder die Werkstatt eröffnet, werden weitere offene Fragen zu klären sein – selbst bei penibelster Vorbereitung. Deshalb ist auch in der Zeit nach dem Start in die Selbstständigkeit stets der ganze Unternehmer, die ganze Unternehmerin gefordert. Und hier liegt für viele letztendlich auch der Reiz einer Existenzgründung: Stetiger Wandel, lebenslanges Lernen, enger Kontakt zum Markt und viele andere Herausforderungen gehören zum Alltag – oder noch besser: bereichern den Alltag.

 

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Autor:

FranchisePORTAL-Redaktion
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