4/4/2019

Den Überblick behalten: Kurz- und mittelfristige Finanzanalysen

 

 

Für die Existenz eines Unternehmens ist eine solide Finanzlage das A und 0. Dabei ist es nicht nur wichtig, dass schon lange bestehende Unternehmen sicher auf finanziellen Füssen stehen. Auch Gründer müssen viel Wert darauf legen, dass ihre Finanzen gesichert sind. Kurz- und mittelfristige Finanzanalysen, die auch darauf abzielen, eine stabile Finanzbasis für das Unternehmen aufzubauen, sind in jeder Phase der Unternehmensentwicklung ausschlaggebend.

Es gibt für Unternehmen, gleich ob Startup oder erfolgreiche Marke, viele Möglichkeiten, um die eigenen Finanzen auf sichere Füsse zu stellen. Zunächst müssen sich Gründer und Geschäftsführer jedoch über die eigenen finanziellen Möglichkeiten und die damit verbundenen Risiken im Klaren sein. Finanzanalysen sind eine gute Grundlage, um diese Klarheit zu schaffen.

In den Analysen geht es zum einen darum herauszufinden, wie viel Kapital vorhanden ist, wie viel das Unternehmen beispielsweise für die Gründung oder für die eigene Festigung auf dem Markt braucht und wie dieser Kapitalbedarf gedeckt werden kann.

 

 

Differenzierung von Fremd- und Eigenkapital

Ein wichtiger Punkt jeder Finanzanalyse ist die Unterscheidung von Fremd- und Eigenkapital. Um langfristig ein Unternehmen erfolgreich aufzustellen, reicht Fremdkapital allein nicht aus. Für jeden Gründer und Jungunternehmer sollte es oberste Priorität haben, den Anteil von Fremdkapital gering zu halten, dafür aber das Eigenkapital zu vermehren. Hier spielt sicherlich auch die Anlage von Unternehmensvermögen an richtiger Stelle eine Rolle. Auch hierfür bedarf es wieder einer Analyse der Anlageoptionen, die einem Unternehmen offenstehen.

Umso mehr Eigenkapital einem Unternehmen zur Verfügung steht, desto flexibler und selbständiger kann es agieren. Fremdkapital ist immer an Rückzahlungsmodalitäten, Verbindlichkeiten und auch gewisse Risiken gebunden. Diese sind für ein Unternehmen auch dann vorhanden, wenn die Konditionen zu Beginn vermeintlich gut sind. Häufig werden die Firmenkredite mit der Zeit jedoch nachverhandelt. Zudem sind daraus resultierende Verbindlichkeiten auch dann eine Belastung, wenn das Unternehmen nicht die nötigen Einnahmen verbucht.

 

 

Unternehmenskapital regelmässig auf Anlagemöglichkeiten prüfen

Ist der Unternehmensstart gelungen oder der Betrieb schon seit einigen Jahren erfolgreich auf dem Markt vertreten, können Unternehmer jeder Branche über eine erste Geldanlage nachdenken. Gerade konjunkturstarke Zeiten können so langfristig geschickt für den Erfolg des Unternehmens ausgenutzt werden. Es gibt verschiedene Geldanlagen, die für Firmen infrage kommen. Ein wichtiger Punkt sollte bei der Auswahl die Verfügbarkeit sein.

Sicherlich ist es auch für Firmen sinnvoll, einen Teil des Geldes so anzulegen, dass durch eine langfristige Anlage höhere Rendite und eine bessere Dividende erreicht werden. Das damit verbundene Risiko muss aber gering sein. Grundsätzlich sollte bestehendes Firmenkapital durch etwaige Renditeaussichten nicht gefährdet werden.

Der Grossteil des Firmenkapitals muss jedoch so angelegt werden, dass ein stetiger Zugriff erfolgen kann. Nur so bleiben Unternehmer langfristig liquide und vor allem handlungsfähig. Meistens lohnt es sich für Unternehmen zudem das Geld zu streuen. Das vorhandene Kapital wird dabei in verschiedene Geldanlagen investiert, um so eine möglichst attraktive Anlage zu schaffen.

Unternehmer und Gründer, die auf hohe Zinsen hoffen, müssen sich meistens ein wenig risikofreudiger zeigen. Hier gilt es in schwierigen Situationen aber auch Geduld zu bewahren, sodass in kursschwachen Zeiten eben nicht zu viel Geld verloren geht. Einer der Favoriten unter Mittelständlern ist übrigens die kurzfristige Geldanlage, die stets verfügbar ist und damit die Sicherheit bietet, permanent über das eigene Geld verfügen zu können. Nachteil dieser Option sind die derzeit schlechten Renditeaussichten.

 

 

Regelmässige Kennzahlenanalyse garantiert umfassenden Überblick

Ein wichtiges Feld der Finanzanalyse ist die sogenannte Kennzahlenanalyse, der sich Unternehmen regelmässig widmen sollen. Die Ergebnisse der Kennzahlenanalyse liefern Auskunft darüber, wie viel Kapital zur Verfügung steht, welche Summen kurz-, mittel- und langfristig angelegt werden können und mit welcher Ertragslage zu rechnen ist.

Die Kennzahlenanalyse berücksichtigt Werte und Informationen aus den Bereichen Vermögensstruktur und Liquidität. Sie geht weiterhin auf Rentabilität von Anlagen und Investitionen sowie das Finanzierungsrisiko ein. Dabei setzt eine Kennzahlenanalyse als mittelfristige Finanzanalyse immer einen Spagat voraus. Hier geht es nicht nur darum, aktuell vorhandene, absolute Werte in die Bewertung einfliessen zu lassen

Vielmehr zielt die Kennzahlenanalyse darauf ab, die voraussichtliche Wertentwicklung zu definieren. So gilt es abzuschätzen, wie sich aufgrund der zu erwartenden Geschäftslage Kennzahlen in einem halben oder einem Jahr entwickeln. Dadurch lässt sich besser abschätzen, ob Fremdkapital beispielsweise frühzeitig zurückgezahlt werden kann.

Eine solche Einschätzung ist komplex und setzt umfassende unternehmerische Erfahrung voraus, denn grundsätzlich müssen hier neben den eigenen Zahlen auch Entwicklungen der Konkurrenz berücksichtigt werden. Dadurch ist es möglich, Trends eines Marktes schneller zu erkennen, aber auch Sonderfaktoren zu definieren, die später Einfluss auf die eigene Finanzlage haben können.

 

 

Rechnungswesen-Daten bilden bei Finanzanalysen wichtige Grundlage

Führen etablierte Unternehmen Finanzanalysen durch, sollte der Fokus grundsätzlich auf Daten des Rechnungswesens liegen. Hier spielen erzielte Erträge ebenso eine wichtige Rolle, wie Forderungen und Verbindlichkeiten. Daten aus dem Rechnungswesen bieten im Vergleich zu anderen Unternehmensdaten den Vorteil, dass sie sich auf wenige Kennzahlen besinnen. Anhand dieser Kennzahlen sind Vergleiche einfacher und konkreter möglich.

Dabei können Ertragszahlen so nicht nur unternehmensintern verglichen werden. Eine Gegenüberstellung ist auch mit Zahlen anderer Gesellschaften unabhängig von deren genauen Rechtsform und Grösse möglich. Wichtig ist bei einem solchen Betriebsvergleich lediglich, dass die Gesellschaften der gleichen Branche zugehörig sind.

Um wichtige Kennzahlen für einen betrieblichen Finanzvergleich zu erhalten, müssen verschiedene betriebswirtschaftliche Grössen ermittelt werden. Die Kennzahlen werden schliesslich von mehreren Grössen definiert, die in einer Beziehung zueinanderstehen.

 

 

Ziele der Finanzanalysen

Finanzanalysen jeder Art verfolgen meist die gleichen Ziele. Vorrangig geht es um die Ermittlung von Problemfeldern, die einem Unternehmen auch noch nach Jahren begegnen können. Anhand der Bilanzen vergangener Geschäftsjahre werden Risikofaktoren ermittelt. Neben der Bilanz können hierfür auch Ertragsrechnungen zur Hand genommen werden.

Für das Management können mit Hilfe der Finanzanalyse die eigenen Handlungsspielräume abgeklärt werden. Wie viel Geld kann zur Investition eingesetzt werden? Wie hoch sind laufende Verbindlichkeiten und welche Risiken ergeben sich daraus für die finanzielle Sicherheit des Unternehmens? Weiterhin kann das Management anhand dieser Analysen abschätzen, wie viel Geld für die Kapitalbildung verwendet werden kann.

Eine Finanzanalyse ist aber immer auch ein guter Zeitpunkt, um Daten aufzubereiten. So können verschiedene Daten bereinigt werden, sodass sich diese dann im Rechnungswesen sauber verarbeiten lassen. Grundsätzlich ermöglichen es Finanzanalysen die Gewinnqualität abzuschätzen. Es können verschiedene Erfolgskomponenten definiert werden. Dabei hat eine gute Analyse nicht nur buchhalterischen Charakter, sondern zielt darauf ab, verschiedene Einflussfaktoren des Unternehmens zu definieren und für die Entscheidungsträger sichtbar zu machen.

 

Bildquelle @pixabay stevepb

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