27.11.2017

Der Businessplan

 

 

Wie erstellt man einen professionellen Businessplan?

Zu jeder seriösen Unternehmensgründung gehört es, einen Businessplan, auch Geschäftsplan genannt, zu erstellen. Er ist eines der wichtigsten Instrumente in der Vorbereitung der Existenzgründung. Der Businessplan beinhaltet die grundlegenden Informationen zum Gründungsvorhaben, zu seiner Finanzierung und zum Markt. Gewisse Regeln bei der inhaltlichen Gliederung erleichtern Lesern wie Nutzern, den Businessplan auszuwerten. Vor dem Erstellen empfiehlt es sich, die eigenen Gedanken zu sortieren und Stichpunkte zu notieren. Danach sollten die inhaltliche Gliederung und die Ausformulierung des Geschäftsplans erfolgen. Der Businessplan ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit!

 

 

Aufgaben und Ziele des Businessplans

Im Businessplan konkretisiert sich die Geschäftsidee zum klar umrissenen Geschäftskonzept der Gründung. Hier verknüpft sich die Idee mit Informationen über Markt-Daten und Fakten, Kunden, Analysen, Strategien, Unternehmenszielen und Erwartungen. Hauptziel ist es, potenzielle Geldgeber und Partner von den Erfolgsaussichten des entstehenden Unternehmens zu überzeugen. Sie müssen die zu erwartenden Erträge ihres Engagements zur Finanzierung erkennen. Dem Existenzgründer bietet der Businessplan darüber hinaus eine wertvolle Hilfe und Orientierungshilfe mit Handlungsvorgaben in der Startphase. Entwickelt sich das Unternehmen nach dem Start negativer als der Plan vorsieht, kann der Gründer rechtzeitig gegensteuern.

 

 

Bestandteile: Das gehört in den Businessplan

Ein Businessplan ist umfassend und vollständig zu erstellen, um Vertrauen in die Gründung zu erwecken. Daher empfiehlt sich ein Umfang von mindestens 15 bis 20 A4-Seiten. Auch 30, 40 oder 50 Seiten lange Geschäftspläne sind keine Seltenheit.

 

Informationen und Inhalte des Businessplans:

  • Geschäftsidee
  • Gründerperson
  • Marktanalyse und Marketing-Planung
  • Standortanalyse
  • Finanzplanung
  • Best- und Worst-Case Szenario (optional)
  • Executive Summary
  • Geschäftsidee

 

Geschäftsidee

Unter dem Punkt oder der Rubrik Geschäftsidee geht der Gründer ausführlich auf sein Angebot ein. Er beschreibt das von ihm beabsichtige Produkt oder die Dienstleistung. Dazu stellt er das Alleinstellungsmerkmal, den Kunden-Nutzen und die Wettbewerbsvorteile dar, mit denen sich sein Angebot von der Konkurrenz abgrenzt. Dies geschieht in überzeugendem Ton, aber ehrlich und ohne Übertreibungen wie unzutreffende Superlative. Ein Businessplan muss glaubwürdig sein.

 

Gründerperson

Informationen über die Gründerperson sind im Businessplan ebenso wichtig wie die Geschäftsidee. Die größten Erfolgsaussichten als Selbstständige werden sogenannten Unternehmertypen eingeräumt: Menschen, die in ihrem bisherigen Leben Entscheidungsfreude, Motivation, Führungsqualität, Willen zum Erfolg und eine gewisse Bereitschaft zu Risiken gezeigt haben. Dies gilt es zu dokumentieren. Der Gründer offenbart seinen Werdegang, zum Beispiel in Form eines Lebenslaufes. In diesem Bereich ist der Businessplan zur Existenzgründung vergleichbar mit einer klassischen Bewerbung um einen Arbeitsplatz: Für den Unternehmer gilt es, den "Zuschlag" von Partnern und Geldgebern für sich und seine Gründung zu erhalten. Deswegen führt der Gründer auch seine persönlichen Motive und Ziele an.

 

Marktanalyse und Marketing-Planung

Markt und Zielgruppe der Gründung müssen klar definiert und eingegrenzt werden. Diese Zielmarkt-Definition kann ein eigenes Kapitel des Businessplans bilden. Sie lässt sich aber auch als Einführung der Marktanalyse erstellen. In der eigentlichen Marktforschung werden die angepeilte Zielgruppe, der Wettbewerb und das Markt-Potenzial näher untersucht. Die quantitative Marktanalyse widmet sich der Marktgröße und dem Marktpotenzial. Die qualitative Marktanalyse nimmt die Kundenwünsche und Wettbewerbssituation unter die Lupe.

Als Grundlage der Marktanalyse können lokale Marktdaten von Branchenverbänden, Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern in die Businessplan-Erstellung einfließen. Ebenso nationale oder globale Studien von Banken, Statistikern, Marktforschungsinstituten oder großen Wirtschaftsförderungsgesellschaften. Ergänzend muss der Gründer jedoch selbst Marktforschung betreiben. Dabei geht es um die Kundenbedürfnisse und die Marktgröße seines Standortes sowie um den lokalen Wettbewerb. Last but not least beschreibt der Unternehmer, mit welchen Marketing-Strategien er Kunden für sein Business gewinnen und gegen den Wettbewerb bestehen möchte.

 

Standortanalyse

Die richtige Standortwahl ist für die meisten Gründungen von entscheidender Bedeutung. Gründer sollten im Businessplan eine Liste der für ihr Geschäft relevanten Standortfaktoren erstellen und die in Betracht kommenden Standorte bewerten. So benötigt beispielsweise ein Einzelhändler oder Gastronom eine Lage mit hoher Publikumsfrequenz. Eine Autowerkstatt kann hingegen die Lage in einem Gewerbegebiet von Vorteil sein.

 

Finanzplanung

Im Plan zur Finanzierung werden Kosten und Erlöse der Existenzgründung abgeschätzt. Zum Erstellen des Budgets gehören daher ein Umsatz- und ein Kostenplan und als wesentliches Element der Kapitalbedarfsplan. Er beantwortet die Frage, wie viel kurz- und langfristiges Kapital für Aufbau und Betrieb des Unternehmens erforderlich ist. Mittels einer Liquiditätsplanung soll die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sichergestellt werden.

Eine Unternehmensgründung wird in der Regel mit zwei Komponenten finanziert: Eigenkapital und Fremdkapital. Zum Eigenkapital zählen vor allem Geld, Besitz und Wertgegenstände aus dem Privateigentum. Sie dienen den Banken als Sicherheiten und können durch Fördermittel oder Gründungszuschüsse aufgestockt werden. Fremdkapital sind zumeist Kredite. Daneben sollte der Existenzgründer auch die Möglichkeit von Beteiligungen etwa durch potenzielle Partner und Investoren prüfen und einschätzen. Mögliche Geldquellen zur Finanzierung sind eventuell Crowdfunding, Business Angels oder Venture Capital.

 

Best und Worst Case Szenario

Diese Rubrik ist optional zu erstellen. Sie befasst sich mit der positivsten wie negativsten zu erwartenden Geschäftsentwicklung. Die Szenarien enthalten Regelungen zum Beispiel im Fall einer unerwartet schnellen Expansion oder einer Insolvenz. Erfahrungsgemäß verläuft die tatsächliche Geschäftsentwicklung zwischen den beiden Extremen.

 

Executive Summary

Das Executive Summary fasst die wesentlichen Aspekte aller anderen Kapitel übersichtlich und prägnant zusammen. Es sollte als erste Rubrik am Anfang des Businessplans eingefügt werden. Vor allem für Bankberater ist dies von Vorteil. Sie müssen oft in kurzer Zeit zahlreiche Kreditanträge prüfen. Anhand der Zusammenfassung entscheiden sie, ob sie sich näher mit der Gründung beschäftigen oder den Geschäftsplan ad acta legen und gar nicht erst über Kredite verhandeln.

 

 

Vorteile für Franchisenehmer

Auch eine Franchisenehmer-Gründung benötigt einen Businessplan. Im Gegensatz zu einer Existenzgründung eines Einzelunternehmers, muss ein Gründer in einem Franchise-Netzwerk nicht selbst alle Zahlen und Daten für seinen Geschäftsplan recherchieren. Von seinem Franchise-Geber wird er die professionelle Beschreibung der Geschäftsidee als Vorlage übernehmen können. In aller Regel stellen die Franchise-Geber Kennzahlen aus bereits bestehenden Unternehmen an vergleichbaren Standorten zur Verfügung. Aus den bisherigen Gründungen im Netzwerk liegen auch wertvolle Erfahrungswerte für den Finanzplan wie Kapitalbedarf oder ROI vor, die für den Businessplan nutzbar sind. Gleiches gilt für wesentliche Teile der Marktanalyse.

Für das eigene Vertriebsgebiet und den Standort muss der Franchisenehmer zumeist jedoch ergänzende Marktforschung betreiben. Dies betrifft etwa Publikumsfrequenzen an vorgesehenen Geschäftslagen, Kundenbefragungen oder die örtliche Wettbewerbssituation.

 

 

Businessplan-Hilfen

Die meisten Existenzgründer starten erstmals in die Selbstständigkeit. Gründungsberater bringen hingegen die Erfahrung aus zahlreichen Start-ups und Geschäftseröffnungen von Unternehmen mit. Sie verfügen über das notwendige betriebswirtschaftliche wie rechtliche Know-how und wissen, wie ein Businessplan zu erstellen ist. Gründer können ihre Beratung in Anspruch nehmen.

Weitere Tipps: Heft Nummer 7 des BMWi-Magazins vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium beschäftigt sich mit dem Thema Businessplan. Ferner gibt es auf den BMWi-Internetseiten eine kostenlose Geschäftsplan-Software zum Download. Sie kann als als Tool für die Plan-Vorlage genutzt werden.

 

Hier geht's weiter: Die Finanzierung

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
Easy Writer
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