11/16/2017

Finanzierung für Franchisenehmer: Diese Möglichkeiten gibt es

Wer über eine Selbständigkeit als Franchisenehmer nachdenkt, für den haben die Finanzen oberste Priorität. Die Liste der Kosten ist lang, doch immerhin bietet die heutige Finanzwelt mehr Optionen als je zuvor. Diese Evolution können sich auch Unternehmer zu Nutze machen.

 

Alternativlos: An erster Stelle kommt der Finanzüberblick

Eine Gemeinsamkeit zwischen der klassischen Selbstständigkeit und dem Unternehmertum als Franchisenehmer ist der Kapitalbedarf. Denn auch für Franchisenehmer fallen bereits hohe Kosten an, bevor der Betrieb überhaupt eröffnet ist und den Break-Even-Point angehen kann. Wie hoch diese Kosten sind, ist ganz individuell und hängt sowohl von der Branche als auch vom Partner ab. Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Punkten zusammen:

  • Einstiegsgebühren: Diese werden anfangs gezahlt und sind die Basis für die Franchise-Partnerschaft. Sie können als grundsätzliche Lizenzgebühr, um die Marke nutzen zu können, verstanden werden.
  • Eigenkapital: Die meisten Franchisegeber setzen eine gewisse Quote an Eigenkapital voraus.
  • Investition: Um den Betrieb zu eröffnen, sind Investitionen nötig. Das kann zum Beispiel der Umbau einer Immobilie zur gastronomischen Stätte sein.
  • Laufende Gebühren: Franchise-Geber werden am Gewinn beteiligt. Wie hoch die Beteiligung ist, hängt vom Unternehmen ab. Auch hierbei gibt es grosse Unterschiede.
  • Fixkosten: Miete, Personal, Einkauf, Versicherungen, Mietwagen - im laufenden Betrieb kommen weitere Fixkosten hinzu.

 

Franchisenehmer müssen also auf mehreren Finanzebenen parallel planen. Denn die genannten Posten setzen sich schnell zu einem Gesamtbetrag zusammen, der nach Fremdkapital ruft. Einige konkrete Beispiele:

  • Ein Pflegedienst für Senioren kann bereits mit 15.000 Euro Eigenkapital umgesetzt werden.
  • Für ein Bettenfachgeschäft werden normalerweise weit über 50.000 Euro Eigenkapital fällig.
  • Bekannte Design-Möbelhäuser verlangen über 100.000 Euro Eigenkapital.

 

Die Spanne ist also gross, sodass die Franchisetätigkeit in jeder gewünschten Grössenordnung angegangen werden kann. An einem detaillierten Finanzplan für die Gründung führt allerdings kein Weg vorbei. Die Frage ist also: Was hat der Markt zu bieten?

Tatsächlich hat die Finanzbranche in den letzten Jahren deutlich an Komplexität gewonnen. Das liegt nicht zuletzt am Einfluss moderner Technologien, aber auch an der gewachsenen Palette von Finanzprodukten. Der Investment- und Trading-Bereich hat hier für eine Beschleunigung gesorgt; im digitalen Zeitalter haben Produkte wie Differenzkontrakte, auch als CFD-Trading bekannt, zusammen mit dem weiten Feld an Hebel-Derivaten die breite Bevölkerung erreicht und sind nicht mehr ausschliesslich Spezialisten vorbehalten.

 

Eignen sich CFD-Trading und Co. zur Kapitalbeschaffung?

Für angehende Gründer bietet diese Entwicklung neue Möglichkeiten. Denn obwohl herkömmliche Kredite immer noch ein verbreiteter Weg sind, der dank niedrigem Leitzins aktuell sehr günstig ist, richten Unternehmer ihren Blick auf mögliche Alternativen. Der Grund: Ein Kredit bedeutet immer eine langfristige Verpflichtung und erhöht die Fixkosten teilweise dramatisch. Die Aussicht, vorhandenes Eigenkapital mithilfe des Marktes einfach bis zur gewünschten Summe zu vermehren, klingt da sehr attraktiv.

 

Der Schritt zum CFD-Trading und seinen Verwandten ist von dort aus nicht mehr weit. Zunächst der Blick auf die Vorteile:

  • Rendite: Die mögliche Rendite im CFD-Trading übertrifft den Zuwachs konservativer Investments um ein Vielfaches.
  • Geschwindigkeit: Ob bei Knock-Out-Optionsscheinen oder im CFD-Trading, ist die Marktgeschwindigkeit sehr hoch, sodass die Zeiträume sehr kurz sind.

 

Theoretisch ist es also möglich, das Eigenkapital binnen kürzester Zeit zu vervielfachen. Die Gründung eines eigenen Franchisebetriebs rückt damit ganz ohne Fremdkapital in greifbare Nähe. Allerdings müssen dabei auch die Gefahren und Risiken berücksichtigt werden. Diese sind nämlich ebenfalls sehr präsent und es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein:

  • Es besteht jederzeit die Möglichkeit des Totalverlusts.
  • Disziplinen wie das CFD-Trading verlangen nach hohem zeitlichem Einsatz, da Veränderungen in kürzester Zeit eintreten und das erfordert eine entsprechende Handlungsschnelligkeit.
  • Um attraktive Papiere von ihrem Gegenteil unterscheiden zu können, ist ein gewisses Fachwissen nötig.

 

Die theoretisch hohen Renditen kommen also nicht von alleine und schon gar nicht ohne Risiko. Ganz klar: Differenzkontrakte gehören ganz offiziell zu den hochspekulativen Finanzprodukten und ob dieser Weg empfehlenswert ist, kann nicht pauschal beantwortet werden, da dies von vielen individuellen Faktoren abhängt. Spielt das Risikoprofil des Unternehmers eine entscheidende Rolle, genau wie die finanziellen Möglichkeiten im Detail sowie der benötigte Kapitalbedarf. Ebenfalls wichtig ist die Bereitschaft, sich nicht nur mit den Basics, sondern auch mit den Feinheiten von CFD-Trading oder Optionsscheinhandel auseinanderzusetzen. Können alle diese Fragen eindeutig beantwortet werden, ergibt sich daraus eine grobe Richtung, auf deren Basis weitere Pläne entwickelt werden können.

 

Kredite bleiben weiterhin die beliebteste Finanzierungsoption

Angesichts der Risiken und des finanziellen Aufwands ist es verständlich, dass viele Unternehmer letztendlich doch zum Kredit greifen. Diese Option sollte allerdings relativ zeitnah realisiert werden, da sich langsam, aber sicher eine Wende in der Zinspolitik andeutet. Die Folge wären deutlich höhere Zinsen und damit teurere Kredite. Je nachdem, wie viel Kapital benötigt wird, wirken sich diese prozentualen Unterschiede stark auf den gesamten Finanzplan aus.

Das gilt umso mehr, wenn im Finanzplan ausreichende Reserven berücksichtigt wurden. Diese zu unterschätzen gehört nämlich zu den häufigsten Planungsfehlern. Bei einer wirklich soliden Finanzierung sollte es möglich sein, bis zu sechs Monate oder sogar länger keine Gewinne zu erwirtschaften. Schliesslich gibt es auch als Franchisebetrieb keine Garantie, dass das Geschäft von Anfang an wie erhofft läuft und das nicht zu unerwarteten Problemen kommt. Nur mit einer ausreichenden Reserve sind die bereits getätigten Investitionen vor Dürreperioden geschützt.

Sind diese Punkte erfüllt, zeigen sich die Vorteile des Franchise-Unternehmertums auf ganzer Linie. Denn normalerweise können Franchisebetriebe umso schneller durchstarten: Das Fundament in Form einer bekannten Marke mit etablierten Produkten kann in seinem Wert gar nicht hoch genug eingestuft werden. Auch der Zugriff auf wichtige Daten wie Marktanalysen und Erfahrungswerte erleichtert den Anfang enorm. Weitere Annehmlichkeiten sorgen während des laufenden Betriebs für Wachstumsmöglichkeiten, etwa PR-Aktivitäten der Dachmarke, einheitliche Werbekampagnen und professionelle Marketingideen, um die sich der Franchisenehmer nicht selbst kümmern muss. Und dank einer bereits existierenden Lieferkette erfolgt der Einkauf vom ersten Tag an ohne Aufwand und Risiken.

Selbst die interne Struktur profitiert von der Franchisezugehörigkeit, da auch die Corporate Identity übernommen wird. Die richtigen Mitarbeiter vorausgesetzt, fällt es im Franchisewesen umso leichter, einen glatten Start hinzulegen und früh eine klare Linie zu finden. Ob die Finanzierung des Unternehmens zuvor per Kredit oder CFD-Trading realisiert wurde, spielt dann letztendlich keine Rolle mehr, da erfolgreiche Franchisenehmer immer langfristig ausgerichtet sind.

 

Bild 1: ©istock.com/cnythzl
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