9/18/2019

Geschäftsideen prüfen - so geht's!

 

Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich beruflich auf die eigenen Beine zu stellen, sieht viel nach links und rechts, um die zündende Idee zu finden. Einige beobachten sich selbst und ihr Einkaufs- und Nutzerverhalten. Wo kaufe ich ein? Welche Dienstleistung nutze ich und warum? Gibt es noch mehr Menschen, die Kunden in diesen Geschäften sind?

Sollten Sie nichts in Ihrem persönlichen Umkreis finden, was Sie interessiert, dann wäre eine gute Einstiegsfrage zum Beispiel:

In welchem Zielgruppenmarkt möchten Sie arbeiten und leben? Sind es eher die Geschäftskunden (B-to-B) oder eher die Endkunden (B-to-C) mit denen Sie tagtäglich kommunizieren möchten?

Wichtig auf dem Weg zu einer passenden Geschäftsidee ist auch die Bestimmung Ihrer eigenen Werte, vielleicht sogar einer übergeordneten Vision. Um sich tagtäglich selbst und andere zu motivieren, für genau dieses Geschäftskonzept zu leben, sollte es zu Ihren Werten und Einstellungen passen.

Hier ein paar Beispiele aus meiner jahrelangen Tätigkeit als Verkäuferin für Franchise-Lizenzen und erste Ansprechpartnerin für Menschen, die sich für eine Franchisegründung interessieren:

 

 

  • Ein Interessent hat jahrelang seine eigenen Eltern gepflegt. Er würde am liebsten seinen eigenen Pflegebetrieb gründen. Einerseits liegt es ihm am Herzen, die betroffenen Angehörigen professionell durch den Informationsdschungel zu lotsen. Andererseits sieht er seine Berufung darin, vielen pflegebedürftigen Menschen das Leben zu erleichtern.

 

  • Jemand anderem ist es gelungen, dank EMS-Training seine quälenden Rückenschmerzen loszuwerden. Genau das möchte er auch anderen Menschen ermöglichen und sieht sich deshalb als Inhaber eines EMS-Fitnessstudios.

 

  • Ein Dritter möchte Kindern den Spaß an spielerischer Bewegung vermitteln. Es ist ihm wichtig, den Kindern die Vorteile von Teamgeist, Identifikation und Gemeinschaftsgefühl erlebbar zu machen. Er oder Sie möchte eine Fußballschule gründen und das Ganze mit einem Ernährungskonzept anreichern.

 

 

Hilfreich ist es auch die eigene Motivation im Hinblick auf eine Selbständigkeit zu hinterfragen. Welches Ziel und welche Vorteile verbinden Sie mit einer Selbständigkeit? Hier die Antworten, die ich in den letzten 15 Jahren am häufigsten gehört habe:

 

 

  • Kinder und Familie besser unter einen Hut bekommen,

 

  • Unabhängigkeit,

 

  • Selbstbestimmung,

 

  • mein eigenes Ding machen,

 

  • endlich ohne Chef, nochmal von vorne, aber diesmal richtig,

 

  • Freizeit und freie Zeiteinteilung, wann und wie ich mag,

 

  • “Die 4 Stunden-Woche”,

 

  • orts- und zeitunabhängig arbeiten,

 

 

 

Haben Sie diese drei ersten übergeordneten Fragen für sich beantwortet und Ihre Geschäftsidee eingegrenzt, können Sie jetzt mit den “Hardfacts” Ihrer Geschäftsidee-Prüfung starten:

 

 

Die Prüfung der Geschäftsidee – nicht nur für den Businessplan wichtig

Eine der wichtigsten Fragen, die auch wir in der Franchisegeberberatung immer wieder beim Aufbau eines Franchisesystems stellen, ist die Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal (USP), dicht gefolgt von der Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells.

Fragen Sie sich bei den Geschäftskonzepten, die Sie in die engere Wahl genommen haben:

 

  • Worin unterscheidet sich dieses Geschäftskonzept von anderen ähnlichen Konzepten?

 

  • Wie kommunizieren die Mitbewerber, was strahlen sie aus und wer sind ihre Kunden?

 

  • Wird diese Dienstleistung oder dieses Produkt auch noch in 50 Jahren nachgefragt werden?

 

 

Durchsuchen Sie das Internet und besuchen Sie die Mitbewerber. Manchmal hilft es auch, sich mit einem Kaffee einfach mal vor ein Geschäft zu setzen und Kundenströme, Einkaufsverhalten und Kundenzahlen zu beobachten. Das ist nicht nur unterhaltsam, sondern bringt auch wichtige Erkenntnisse in Bezug auf Standortwahl und Zielgruppen. In Bezug auf die Beurteilung der Zukunftsfähigkeit ist die Recherche auf internationalen Webseiten hilfreich oder gleich eine (Urlaubs-)Reise verbunden mit Recherchen vor Ort.

Haben Sie diese Recherchearbeit in Bezug auf Ihre zukünftigen Einnahmen gründlich erledigt, versuchen Sie die Kosten zu kalkulieren:

 

 

  • Brauchen Sie ein Büro / einen Standort?

 

  • Wie hoch sind die Mietpreise? 

 

  • Fallen Personalkosten an?

 

  • Würden Sie Ihre Produkte selber produzieren oder einkaufen?

 

  • Was kostet die Produktion bzw. der Einkauf?

 

  • Wie hoch könnte der Materialeinsatz ausfallen?

 

  • Benötigen Sie Maschinen, Hardware, Hilfsmittel?

 

  • Brauchen Sie weitere fachliche Kenntnisse und entstehen Kosten für Weiterbildungen?

 

 

 

Last but not least – eine Frage, die nur zu gerne vergessen wird: Wie wollen Sie Ihre Kunden gewinnen?

 

  • Trauen Sie sich zu, Ihre Kunden über unterschiedlichste Kanäle zu suchen und persönlich anzusprechen?

 

  • Gehen Sie gerne auf Menschen zu?

 

  • Interessieren Sie die Herausforderungen Ihrer Kunden?

 

  • Wie könnten sich Ihre Einnahmen mit wachsender Kundenzahl entwickeln?

 

 

Franchise oder eigene Idee: So prüfen Sie eine Geschäftsidee

Wenn Sie auf Erfahrungswerte anderer Unternehmer zurückgreifen möchten, dann schauen Sie sich doch mal die vielen Franchisekonzepte hier auf dem FranchisePORTAL an.

Sie werden wahrscheinlich denken “Mein Gott – so viele Geschäftskonzepte. Da blickt doch keiner durch.” Gehen Sie noch einmal an den Anfang Ihrer Analyse und selektieren Sie die einzelnen Konzepte entsprechend der Passung zu Ihren Werten und Einstellungen.

Dann kontaktieren Sie die potenziell passenden Franchise-Konzepte entweder per Email oder gleich per Telefon. Sammeln Sie so viele erste Eindrücke wie möglich. Besuchen Sie Geschäfte Ihrer Wunsch-Konzepte, nehmen Sie Dienstleistungen in Anspruch, kommen Sie mit Mitarbeitern und Franchisepartnern ins Gespräch.

Eine gute Idee ist es auch Business-Netzwerke in Ihrer Nähe als Gast zu besuchen. In der Regel sind immer auch Franchisepartner unterschiedlicher Systeme vertreten, mit denen Sie dann ganz offen und im passenden Rahmen über Ihre Ideen sprechen können.

 

 

Der Vorteil im Franchise ist ganz klar: Sie starten nicht alleine und können bei allen Fragen direkt auf den Franchisegeber und sein Team oder auf andere Franchisepartner zugehen.

 

 

 

Ihnen steht ein Pool von bereits gemachten Erfahrungen, Erfolgsrezepten und fundierten Geschäftsprozessen von Anfang an zur Verfügung. Da Sie für diese Annehmlichkeiten monatlich mindestens eine Franchisegebühr zahlen, sollten Sie auch hier überlegen, welche Unterstützung Sie benötigen könnten (Buchhaltung, Angebote schreiben, Mitarbeiterführung und Arbeitsrecht, Umgang mit dem Kunden, Kundengewinnung…). Hinterfragen Sie diese Punkt in Ihren persönlichen Gesprächen mit dem Franchisegeber.

Hier ein kleiner Fragen-Leitfaden für Ihre Gespräche mit Ihren Wunsch-Franchisegebern:

 

 

  • Wie sieht die Unterstützung des Franchisegebers zu Ihren wichtigsten Punkten aus?

 

  • Wie groß ist sein Support- oder Unterstützungsteam?

 

  • Wie sieht die Kommunikation im Netzwerk aus? Gibt es regelmäßige Video- oder Telefonkonferenzen? Wie ist der “Ton” im Netzwerk?

 

  • Viel zu selten höre ich die Frage von Franchise-Interessenten an den Franchisegeber “Warum haben Sie eigentlich dieses Franchisesystem gegründet?” Fragen Sie ihn oder sie nach seiner Vision und überlegen Sie, ob Sie sich selbst darin wiederfinden.

 

  • Ein Franchisegeber ist zur “vorvertraglichen Aufklärung” seiner potentiellen Franchisepartner verpflichtet. Seriöse Franchisegeber geben Ihnen detailliertes Zahlenmaterial ihrer Pilot- oder Eigenbetriebe, Unterlagen und Datenblätter auf Ihrem Entscheidungsweg mit.

 

  • Welche Kennzahlen zur Erfolgsmessung gibt es im Netzwerk? Werden diese für alle Standorte kommuniziert (voneinander lernen!)?

 

 

Was Ihr (zukünftiger) Franchisegeber nicht kann: Er/Sie kann Ihnen nicht vorhersagen, wie sich Ihr Geschäft entwickeln wird. Er kann Ihnen zeigen, wie sich seine Standorte in den letzten Jahren entwickelt haben und das muss er auch. Und er wird Ihnen all sein Wissen und seine Werkzeuge mit auf den Weg geben, aber umsetzen und Kunden gewinnen, das müssen Sie letztendlich selbst – auch in einem Franchisesystem!

 

 

Fazit / Tipp für den nächsten Schritt

Ob Franchise- oder eigene Idee – sie muss zu Ihnen als Mensch passen. Wenn Sie sich darin nicht wiederfinden, werden Sie wahrscheinlich nicht langfristig voll motiviert am Ball bleiben und Ihr Konzept immer weiter entwickeln.

„Unternehmersein ist die geilste Lebensform der Welt!“ sagt Stefan Merath, Deutschlands wohl führendster Unternehmercoach (https://www.franchisemacher.de/3-fragen-an/232-interview-3-fragen-an-stefan-merath-geschaeftsfuehrender-gesellschafter-der-unternehmercoach-gmbh.html)

Da stimmen wir voll und ganz zu. Wenn Sie sich noch nicht ganz sicher sind, dann kontaktieren Sie uns unter j.jabs@franchisemacher.de oder 03328-338 98 78.

 

Expertenstimme Jana Jabs

 

Autor:

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