3/19/2018

P2P-Kredite: Eine interessante Alternative zur Finanzierung für Franchisenehmer?

 

 

Obwohl Franchise-Systeme ein solider Grundstein für eine Existenzgründung sind, geht es in der Regel nicht ohne eine gute Portion Kapital, die mitgebracht werden muss. Wer das Geld zu Anfang nicht aufbringen kann, dem bleibt in der Regel nur der Weg über ein Darlehn. Während man dafür früher nur den Weg zur Bank hatte, so eröffnen sich im Zuge der Sharing Economy immer neue Wege, um an Kapital zu gelangen.

Braucht ein Existenzgründer einen Kredit, so muss er sich auf die Suche nach einem passenden Ansprechpartner machen. Das kann etwa die Bank sein, bei der man schon seit Jahren ein Konto hat. Selbstverständlich lohnt sich natürlich auch hier der Vergleich – ganz egal, ob es sich um eine kleinere Kreditsumme oder um ein größeres Darlehen für den Einstieg in ein Franchise-System handelt. Einer der bekanntesten Ansprechpartner ist Smava. Hier werden einerseits klassische Bankkredite und andererseits auch sogenannte P2P-Kredite angeboten. Doch sind P2P-Kredite tatsächlich eine Alternative für Franchisenehmer?

 

 

Warum P2P-Plattformen immer beliebter werden

Bei P2P (peer-to-peer) handelt es sich keinesfalls um einen kreditbezogenen Ausdruck; von P2P wird immer dann gesprochen, wenn etwas von Person zu Person, also ohne „Zwischenstück“, passiert. Das kann beispielsweise ein Geschäft sein, das zwischen zwei Privatpersonen abgeschlossen wird. Somit lässt sich bereits erahnen, was ein P2P-Kredit ist – nämlich ein Kredit, der von einer Privatperson beantragt und von einer anderen Privatperson bewilligt wird. Ein Vorgang, den es schon seit Ewigkeiten gibt, jedoch mit „Zopa“, dem allerersten P2P-Marktplatz, der im Jahr 2005 in Großbritannien gegründet wurde, eine neue Dimension erreichte.

Auf den P2P-Marktplätzen registrieren sich Kreditsuchende und stellen eine Anfrage an private Anleger, die in weiterer Folge entscheiden, ob der Kredit gewährt wird. Während sich die Kreditgeber höhere Zinsen als bei klassischen Anlageprodukten erwarten, suchen Kreditantragsteller eine Möglichkeit, überhaupt eine Finanzierung zu bekommen. Vor allem Selbstständige werden oftmals von den Banken abgelehnt; auch all jene, die eine schlechte Bonität haben, erhalten nur selten einen Kredit von einer Bank. Das bedeutet aber nicht, dass mit einer guten Bonität automatisch ein Kredit vergeben wird. Der Kreditgeber entscheidet selbst, ob er dem Antrag zustimmt oder nicht.

Mitunter wird seine Einschätzung aber anders sein, da er sich an kein Muster halten muss, nach welchen Kriterien ein Kredit abgelehnt oder gewährt werden muss. Natürlich muss sich der Kreditgeber auch klar sein, dass es Risiken gibt. So kann es, wenn der Kreditantragsteller falsch eingeschätzt wurde, schon einmal zu fehlenden Zahlungseingängen kommen, sodass in weiterer Folge die Plattform, über die der Kredit vergeben wurde, kontaktiert werden muss. Kreditnehmer haben hingegen kaum ein Risiko, wenn sie sich für einen P2P-Kredit entscheiden. Das ist mitunter auch der Grund, warum sich immer mehr angehende Franchisenehmer mit dieser Alternative befassen. Lehnt die Bank nämlich den Kreditantrag ab, weil der Franchisenehmer nicht die Kriterien erfüllt oder die Bank der Ansicht ist, es handle sich um kein bewährtes Franchise-System, so stehen noch immer P2P-Marktplätze zur Verfügung.

Und auch für Kreditgeber bieten P2P-Marktplätze Vorteile: Die Risikotoleranz kann selbst gewählt werden – weniger riskante Kredite werfen entsprechend niedrige Verzinsung ab, Kreditnehmer mit schlechterer Bonität zahlen mehr für ihre Kredite. P2P-Kredite sind also eine gute Alternative Beispielsweise zum Day Trading, bei dem das Kapital auch als Kredit an Unternehmen vergeben wird, allerdings mit dem Nachteil, dass die Einsichten in das Unternehmen oft beschränkt sind. Nachdem der Kreditnehmer ausgewählt wurde, hält sich der Aufwand für den Kreditgeber auch in Grenzen, eingegriffen werden muss nur bei Zahlungsverzug. Mit der richtigen Auswahl an Krediten lässt sich so auch ein guter passiver Geldfluss aufbauen.

 

 

Private Finanzierung auf dem Vormarsch

Schenkt man den aktuellen Zahlen von Statista Glauben, so wird sich das Transaktionsvolumen als auch die Zahl derer, die P2P-Kredite in Anspruch nehmen, in den nächsten Jahren rasant nach oben entwickeln. Das System passt in die aktuelle „Sharing-Economy“, bei dem über Seiten wie AirBnB, Mitfahrzentrale oder friendsurance das klassische Geschäft mit Mittelmännern ausgehebelt wird und Käufer und Verkäufer direkt zusammengebracht werden.

Für Franchisenehmer und andere Selbstständige sind P2P-Kredite schon jetzt eine gute Alternative zur klassischen Finanzierung, auf der Kreditgeberseite sollten die Risiken jedoch nicht unterschätzt werden. Gerade durch das noch relativ junge Konzept fehlen zum einen die Erfahrungswerte, zum anderen sind Anleger komplett auf sich selbst gestellt. Während Banken oder Aktien zwar weniger hohe Renditen versprechen, ist das Ausfallrisiko in der Regel auch deutlich geringer. Außerdem müssen Aktiengesellschaften sowie andere Firmen, die sich über Fremdkapital finanzieren, diverse Informationspflichten erfüllen. Kreditnehmer auf P2P-Plattformen sind in der Regel nicht an eine solche Informationspflicht gebunden, da im Endeffekt jeder einfach eine Kreditanfrage stellen kann.

Dieser Umstand kann aber natürlich auch als Chance für Franchisenehmer auf P2P-Portalen verstanden werden: Wer sich als Kreditnehmer transparent präsentiert, valide Zahlen und vor allem auch ein bereits funktionierendes und getestetes Geschäftsmodell vorweisen kann, der wird Anleger leichter von sich überzeugen können. Bei entsprechende Bonität und Transparenz hat der Franchisenehmer natürlich auch Einfluss auf die Konditionen, zu denen ein Kredit aufgenommen werden kann. Einfach gesagt: Je besser und transparenter man sein Vorhaben präsentiert, desto bessere Konditionen kann man selbst verlangen.

 

 

P2P-Kredite sind eine nicht zu unterschätzende Alternative geworden

Angehende Franchisenehmer werden recht schnell feststellen müssen, dass es durchaus eine Finanzierung braucht, wenn man ein Teil eines etablierten Franchise-Systems werden möchte. Wenn das notwendige Kleingeld fehlt, dann benötigt man die Unterstützung einer Bank. Eigenkapital mag zwar hilfreich sein, jedoch sollte dieses nicht zu 100 Prozent in das Franchise-Projekt fließen.

Fakt ist: P2P-Kredite sind eine ausgesprochen interessante Investment-Alternative, die durch die Fintech Branche entstanden sind. Privatanleger können sich über eine komplett neue Anlageklasse freuen, während Kreditnehmer eine unbürokratische Alternative gefunden haben und somit nicht mehr von der Entscheidung einer Bank abhängig sind.

 

Bild:
https://pixabay.com/de/start-start-up-menschen-593344/

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