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Wie kann man eine Franchise-Gründung umsetzen?

Du stehst vor einer der wichtigsten Fragen deines Lebens: Du möchtest dich selbstständig machen, ein Unternehmen gründen: ob als Einzel-Unternehmer oder im Franchising. Offenbar hast du den Mut zur Gründung, während viele deiner (bald ehemaligen) Kollegen bewundernd äußern: „Gründen? Ich könnte das nicht!“. Wer liegt richtig: die Skeptiker – oder du mit deinem Mut?

Prüfe zuerst dich selbst. Bist du bereit ein Risiko einzugehen? Kannst du eine gewisse Summe zur Finanzierung als Startinvestitionen stemmen? Traust du dir zu, Gründer-Kredite dafür aufzunehmen und Rückzahlungen zu leisten? Bist du dir bewusst, dass dir in der Phase der Gründung und frühen Selbstständigkeit eine Arbeitsbelastung bevorsteht, die dein Privatleben einschränken könnte? Bist du auch in Stresssituationen ein Mensch, der sich und andere motivieren kann? Dann bringst du die wichtigsten Fähigkeiten mit, ein Unternehmen zu gründen.

Bist du Einzelkämpfer oder Netzwerker?

Und nun zum Franchising. Bist du bereit, ein Geschäftsmodell umzusetzen, das nicht dein eigenes ist? Kannst du dich mit Marke und Produkt eines Franchise-Gebers identifizieren? Bist du bereit, dich Vorgaben und Weisungsbefugnissen unterzuordnen? Bist du dir bewusst, dass du im Franchising zwar dein volles unternehmerisches Risiko trägst – aber nur gewisse gestalterische Freiräume hast?

Franchising heißt, gleichzeitig frei und doch auch gebunden zu sein. Wenn ja, dann bringst du die idealen Voraussetzungen zum besonderen Typ Unternehmer mit, der du als Franchise-Gründer sein wirst.

Genieße die Vorteile des Franchising für deine Existenzgründung: Das erprobte Geschäftsmodell. Die bekannte Marke. Den Erfahrungsaustausch, die Zusammenarbeit und die gewinnbringende Arbeitsteilung im Netzwerk. Wähle dein passendes Franchise-System aus rund 1.000 Netzwerken, die allein in Deutschland aktiv sind!

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So findet man das richtige Franchise-System

Der Start in dein Franchisenehmer-Leben ist nur einen Mausklick entfernt. Auf dem FranchisePORTAL findest du die Präsentationen von 1000 Geschäftskonzepten, die mit ihrer Geschäftsidee neue PartnerInnen suchen. Die Branche muss für dich keine Einschränkung sein – nach dem Motto: Hier bin ich kein Profi. Zu den wichtigsten Qualifikationen von Franchise-Nehmern zählt nämlich selten tiefes Fachwissen! Fast jedes Franchisesystem ist in einer Marktnische tätig. Das Wissen für Business, Start und Existenzgründung vermittelt dir der Franchisegeber in den Schulungen.

Was Franchise-Gebern am wichtigsten ist? Soft Skills wie Verkaufstalent, Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Führungsqualität und oft auch grundlegendes kaufmännisches oder betriebswirtschaftliches Know-how. Franchise-Geber suchen bewusst oft Quereinsteiger, die ihr Konzept 1:1 umsetzen, statt es zu verwässern.

Weitere Erst-Kontakte mit Franchise-Systemen kannst du auf lokalen oder nationalen Franchise- oder Gründer-Messen aufbauen. Wenn du einen Franchisenehmer-Betrieb betrittst oder die Homepage besuchst, findest du häufig Werbematerialien oder Menüpunkte wie „Partner werden – wir suchen Franchise-NehmerInnen“. Eine weitere Kontaktplattform für Franchising können soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn oder – bei Consumer-, Gastronomie- oder Trendprodukten – auch Social-Media-Präsenzen der Unternehmen sein.

Achte im Internet auf Einzelheiten der Systemdarstellung. Ist das Konzept klar und verständlich beschrieben? Erkennst du bei dem Franchisesystem ein klares Alleinstellungsmerkmal – einen Wettbewerbsvorteil? Ist die Geschäftsidee eher innovativ oder bewährt? Handelt es sich um ein neues System, das erste Partner sucht (neue Systeme bieten dir häufig größere Gestaltungsspielräume)? Oder ist es bereits an vielen Standorten erfolgreich (was auch dir beste Erfolgschancen bieten dürfte)? Ist das Produkt einem Trend oder einer Mode unterworfen oder bedient es eine dauerhafte Nachfrage? Erhältst du ein klares Bild von den Tätigkeit und Anforderungen für Franchise-NehmerInnen? Bieten dir die Leistungen der Zentrale echte Startvorteile in deine Selbstständigkeit?

Findest du ein System interessant? Dann hinterlege deine Kontaktdaten. Lass dir unverbindlich die ausführlichen Unterlagen zusenden. Am besten von mehreren verschiedenen Franchise-Systemen, um eine Auswahl und einen Vergleich zu haben.

Franchisegeber-Informationen einholen!

Wie grenzt du deine Auswahl der Unternehmen und Angebote weiter ein? Prüfe in den Unterlagen der Franchisegeber unter anderem:

  • Gibt es überzeugende Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile?

  • Welche Investitionen musst du als FranchisenehmerIn für die Gründung voraussichtlich tätigen – in Form von Fremd- und Eigenkapital?

  • Wie hoch sind die durchschnittlichen Umsätze und Gewinne der Franchisenehmer-Betriebe?

  • Welche Hilfen zur Finanzierung bietet der Franchisegeber (z.B. Investitionsplan, Bankkontakte, Leasingmöglichkeiten, Beteiligungen, Unterstützung bei Fördermittelanträgen)?

  • Welche weiteren Unterstützungsleistungen bietet der Franchisegeber (z.B. bei der Businessplan-Erstellung, Standortanalysen, Marketing-Konzepte, Beratung und Marketing-Maßnahmen, zentralen Einkauf, Unterstützung in Verwaltung und Organisation, Fortbildungsmöglichkeiten, Gebietsschutz...)?

  • Gibt es einen Franchisenehmer-Beirat, in dem du deine Interessen vertreten könntest?

Vergleiche die Leistungs-Angebote der Franchisegeber. Nehme zwei bis drei in die engere Wahl - und bewerbe dich dort um die Franchise-Lizenz.

Deine schriftliche Bewerbung sollte enthalten: 

  • Warum möchtest du ein Unternehmen gründen (persönliche Beweggründe und Motivation für den Schritt in die Selbstständigkeit)?

  • Warum hast du dich fürs Franchising entschieden und dir dieses System für deine Gründung ausgesucht?

  • Dein Werdegang, Lebenslauf, Berufserfahrungen

  • Deine Stärken 

Der Franchisegeber lädt dich ein. Und nun?

Mache dich vor dem Erst-Gespräch mit den Grundlagen des Franchising vertraut. Eigne dir zum Beispiel im Franchise-Glossar das Wissen über die wichtigsten Fachbegriffe wie Franchisenehmer-Beirat, Systemhandbuch oder Franchise-Vertrag an.

Frage im Erst-Gespräch gezielt unter anderem nach:

  • der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche

  • der Marktposition und den aktuellen Partnerzahlen und Umsätzen/Gewinnen des Systems

  • der Entwicklung des Systems seit Gründung und in den letzten drei Jahren: Kennzahlen, Umsätze, Weiterentwicklung von Produkten oder Dienstleistungen

  • Welche Vertriebsgebiete sind frei?

  • Gibt es Marktstudien und Statistiken?

  • Welche konkreten Schulungsinhalte, Marketing-Tools und weitere Unterstützungs-Angebote hält die Systemzentrale bereit?

Nach dem Erst-Gespräch und einem entsprechenden Interesse der Franchisegeber sollten sich ein oder zwei Kandidaten für deine engste Wahl herausbilden. Konsultiere ggf. jetzt einen Franchise-Berater. Ein Experte für die Franchise-Beratung kann aus Erfahrung beurteilen, ob die Systeme seriös, tragfähig und rentabel für dich sein können, ob die Leistungen erfolgversprechend und die Gebühren angemessen sind. Franchise-Berater begleiten dich wie klassische Unternehmensberater  auch bei der Finanzierung und mit betriebswirtschaftlichem Know-how. 

Die Franchise-Gründung: Abschluss des Franchise-Vertrages

Der Franchise-Vertrag legt die gegenseitigen Rechte und Pflichten für die Umsetzung des vorgegebenen Geschäftsmodells fest. Mit ihm schützt der Franchise-Geber sein geistiges Eigentum und reglementiert dessen Nutzung. Dir sichert der Franchise-Vertrag die Nutzung der gewerblichen Schutzrechte des Franchise-Gebers zu, sprich Marke und Corporate Design, dazu Patente, Urheberrechte und ggf. Musterrechte. Er verpflichtet dich aber auch zu deren Nutzung. 

Natürlich hat auch dein Franchise-Geber dir gegenüber Pflichten. Eine Verbindlichkeit deines Franchise-Gebers kommt schon vor der Unterschrift zum Tragen: die sogenannte vorvertragliche Aufklärungspflicht. Der Franchise-Geber muss dir detaillierte Kalkulationen, Geschäfts- und Betriebskennzahlen offenlegen. Auch Einblicke in die Handbücher sind obligatorisch. Du musst den Franchise-Vertrag ausgehändigt bekommen und ausreichend lange prüfen können. Deinerseits musst du den Franchisegeber detailliert über deinen Werdegang, deine Qualifikation und dein Eigenkapital unterrichten. 

Frage deinen Franchise-Geber, ob er dir eine Reservierungsvereinbarung anbietet. Dieses ist eine Art unverbindlicher Vorvertrag. Er sichert dir ggf. gegen Gebühr, dass das Vertriebsgebiet für dich für einen definierten Zeitraum reserviert bleibt - bis deine Finanzierungsverträge mit Banken und Förderinstituten unter Dach und Fach sind und/oder eine geeignete Immobilie gefunden wurde. 

Inhalte des Franchise-Vertrages (Auswahl):

  • Genaue Beschreibung der eingeräumten Rechte und gegenseitigen Pflichten

  • Klare Abgrenzung des Vertriebsgebietes

  • Beschreibung der Know-how-Transferleistungen wie Schulungen

  • Aufstellung aller Gebühren und Zahlungen

  • Beschreibung aller relevanten Waren-Angebote und Dienstleistungen, Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse (die Einzelheiten für die tägliche Arbeit werden dagegen in den ausführlicheren Systemhandbüchern und Administrations-Manuals festgelegt)

  • Eine Vertragsdauer, die es dir ermöglicht, deine Startinvestitionen zu amortisieren, ohne auf ewig an das System gebunden zu sein: In der Regel werden Franchise-Verträge über drei bis fünf, seltener zehn oder mehr Jahre Laufzeit abgeschlossen

  • Modalitäten zu Ausstieg, Vertragsverlängerung, Verkaufs- und Übertragungsmöglichkeiten sowie mögliche Vorkaufsrechte des Franchise-Gebers

  • Regelungen zur Rückgabe des Eigentums nach Vertragsende

  • Klauseln zu außerordentlichen Vertrags-Kündigung oder Fortführung des Betriebes - z.B. bei Tod oder Krankheit, signifikanten Umsatzeinbrüchen oder Vertragsverletzungen

Fazit: Umfassend informieren und vergleichen

Franchising ist mit einem Mannschaftssport vergleichbar: einem Spiel im Team nach klaren Regeln. Dazu musst du bereit sein - als Unternehmer und Teamplayer. Das Team muss dir aber auch den gewünschten Erfolg ermöglichen. Vergleiche mehrere Franchise-Konzepte und lass dich ggf. von Franchise-Experten bei deiner Auswahl beraten.

Die „Spielregeln“ müssen für jedes Franchise-Unternehmen und seine spezifischen Anforderungen einzeln festgelegt werden. Franchise-Verträge sind daher meist recht umfänglich. Sie berühren viele Rechtsfelder wie Handels-, Patent- oder Kartellrecht. Da es aber in Deutschland kein explizites Franchise-Recht gibt, können nicht einfach nur Paragraphen eingesetzt werden. Jede Vereinbarung muss rechtsverbindlich ausformuliert sein. Ein Anwalt, der auf Franchising spezialisiert ist, hilft dir durch das Dickicht des Juristen-Deutsch.

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